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"Babo" ist das Jugendwort 2013

Eine Gruppe Heranwachsender sitzt beisammen.
Bild: © Christine Langer-Pueschel - Fotolia.com

Auf Initiative der Langenscheidt GmbH & Co. KG haben Jugendliche im Internet ihre Lieblingswörter eingereicht. Eine Jury wählte aus den meistgenannten Wörtern die Plätze 1 bis 5. Unter anderem dabei sind "fame", "gediegen", "in your face" und "hakuna matata".

Das "Jugendwort des Jahres 2013" lautet "Babo", was soviel wie "Chef" bedeutet und im Zazaischen Vater heißt.

Die Langenscheidt GmbH & Co. KG sammelt in Kooperation mit der Jugendmesse YOU, der Jugendzeitung YAEZ und Zeitschrift Mädchen seit 2008 jedes Jahr die Lieblingswörter der Jugendlichen. Die Jury, bestehend aus 14 Jugendlichen und Journalisten, wählt aus den 15 beliebtesten Wörtern das Gewinnerwort, sowie die Plätze 2 bis 5. Folgende Kriterien spielen für die Jury eine Rolle:

  • sprachliche Kreativität
  • Originalität
  • Verbreitungsgrad des Wortes
  • gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse

Die besten Jugendwörter 2013 lauten (mit Übersetzung):

  1. "Babo" - Boss, Anführer, Chef
  2. "fame" - toll, super, berühmt
  3. "gediegen" - super, cool, lässig
  4. "in your face" - Dir hab ich’s gegeben! Da hast Du’s!
  5. "Hakuna matata" - (Es gibt) kein Problem. Alles klar.

Der Rapper Haftbefehl aus Offenbach soll das Jugendwort "Babo" populär gemacht haben, berichtet Die Welt. So hat er dieses Wort mit dem Song "Chabos wissen, wer der Babo ist" in seiner Bedeutung geprägt. Tatsächlich sind immer mehr Jugendwörter arabischen oder türkischen Ursprungs. Im letzten Jahr wurde das Wort "Jalla", welches auf arabisch soviel wie "Beeil dich!" bedeutet, auf Platz 3 gewählt. Fraglich ist zwar, ob die Gewinnerwörter tatsächlich von der Gruppe der im Konstrukt befindlichen "Jugend" durchweg gebraucht werden. Die Lieblingswörter dieses Jahres zeigen allerdings sehr deutlich, dass der "Altersjagon" der Jugendlichen heute bemerkenswert multikulturell und vielsprachig geprägt ist. So hat sich "Babo" gegen vier deutsche, englische und afrikanische Mitbewerber durchgesetzt.

Auch wenn viele Erwachsene nichts mit dem Begriff "Babo" anfangen können, tröstlich ist doch, dass die Erfahrung womöglich viele Menschen in den verganenen Jahren gemacht haben:

  • "Yolo" (2012)
  • "Swag" (2011)
  • "Niveaulimbo" (2010)
  • "hartzen" (2009)
  • "Gammelfleischparty" (2008)

Langenscheidt selbst sagt unter www.jugendwort.de: "Wenn man diese Sprache spricht, dann muss man sie akzeptieren wie sie ist, mit Jugendwörtern und allem drum und dran, denn was anderes bleibt einem nicht übrig. Wer das nicht kann, der möge doch einfach schweigen."

Quelle: Langenscheidt GmbH & Co. KG