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Aigner: Junge Verbraucher hinterfragen Produkte und Dienstleistungen zunehmend kritisch

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner
Bild: Christian Herrmann   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0 Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner

Junge Verbraucher hinterfragen Produkte und Dienstleistungen der Wirtschaft zunehmend kritisch. Unternehmen, die sich gezielt an junge Kundinnen und Kunden wenden, sollten die Interessen gerade junger Verbraucher ernst nehmen und gezielt den Dialog suchen, forderte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner anlässlich des diesjährigen Wettbewerbs "Jugend testet" der Stiftung Warentest.

"Es ist gut, dass Jugendliche ihre Konsumwelt immer kritischer und selbstbewusster hinterfragen. Die Wirtschaft muss sich darauf einstellen – denn selbstbewusste und informierte Verbraucher sind eine Marktmacht." Aigner appellierte an die Unternehmen, Anregungen und Bedenken von jugendlichen Konsumenten und deren innovative Testideen als Chance zu betrachten. "Wer die Bedürfnisse gerade junger Verbraucher ignoriert, wird früher oder später abgestraft", so Aigner. Sie würdigte die Leistungen der Preisträger als vorbildlich für alle Verbraucher: "Wer in die Testerrolle schlüpft, Produkte und Dienstleistungen kritisch hinterfragt, analysiert und vergleicht, ist für den Alltag gut gerüstet", sagte Aigner anlässlich der heutigen Preisverleihung in Berlin.

Aigner bezeichnete den Wettbewerb "Jugend testet" als wichtigen Wegbegleiter der Verbraucherbildung. Bereits seit 33 Jahren schreibt die Stiftung Warentest den Wettbewerb aus. Gekürt werden die besten und originellsten Produkt- und Dienstleistungstests. In diesem Jahr wählte die Jury unter fast 600 Einsendungen die herausragenden Arbeiten aus. "Die vielen Wettbewerbsbeiträge zeigen, dass Verbraucherbildung vielerorts schon heute großgeschrieben wird", sagte Aigner. "Mit den Tests haben die Jugendlichen gezeigt, dass die Anbieter Qualität abliefern müssen, wenn sie am Markt bestehen wollen. Jeder prüfende Blick fördert das Angebot qualitativ hochwertiger Produkte."

Das Engagement der Jugendlichen und ihrer Betreuer in den Schulen sowie die Vielfalt und Originalität der durchgeführten Tests seien beeindruckend, so Aigner. Auch vor ausgefallenen Test-Vorhaben wie Senkkopfholzschrauben, Gitarrenunterricht oder Analogkäse schreckten die jungen Tester nicht zurück. Auffallend ist die große Zahl der untersuchten Online-Themen: von Apps für die Wettervorhersage über Internet-Suchmaschinen für Kinder bis hin zu Webseiten von Parteien.

Aigner zog eine positive Zwischenbilanz ihrer Initiative "Verbraucherbildung – Konsumkompetenz stärken" und bekräftigte ihre Forderung nach einer verbindlichen Vermittlung von grundlegenden Alltagskompetenzen in der Schule. "Das ABC des Verbraucherwissens muss fest im Unterricht verankert werden", sagte Aigner.

Die im November 2010 gestartete Bildungsinitiative "Verbraucherbildung – Konsumkompetenz stärken" des BMELV trägt dazu bei, dass sich Kinder und Jugendliche zu selbstbewussten und informierten Verbrauchern entwickeln. Lehrkräfte, Wissenschaftler, Bildungs- und Verbraucherpolitiker können in Netzwerkkonferenzen und dem Runden Tisch "Verbraucherbildung" ihre Erfahrungen auszutauschen. Weitere Bausteine der Bildungsinitiative sind der "Materialkompass" und der Ideenwettbewerb "Fürs Leben lehren". Der Materialkompass ist ein Onlineangebot für Lehrerinnen und Lehrer mit über 220 Unterrichtsmaterialien zur Verbraucherbildung, die von unabhängigen Experten bewertet wurden. Der Ideenwettbewerb hat zum Ziel, angehende Lehrkräfte zu motivieren, Verbraucherthemen in ihren Unterricht zu integrieren. Ausgezeichnet werden praxisnahe Unterrichtskonzepte zur Vermittlung von Alltagskompetenzen und Verbraucherbildung.

Weitere Informationen zur Initiative "Verbraucherbildung – Konsumkompetenz stärken" unter: https://www.verbraucherkompetenz.de

Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)