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Drei Jahre Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Eine junge Frau hält beide Hände abwehrend vor sich
Bild: © Karel Miragaya - Fotolia.com

Der aktuelle Jahresbericht des Hilfetelefons macht deutlich, wie sehr Frauen von täglicher Gewalt betroffen sind. Im Jahr 2015 fanden mehr als 27.000 Beratungen per Telefon, Chat oder E-Mail statt. In mehr als der Hälfte aller Fälle handelt es sich um häusliche Gewalt.

Heute (07.03.2016) erscheint der dritte Jahresbericht des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen". Rund 55.000-mal wurde das Hilfetelefon im Jahr 2015 kontaktiert - das sind rund elf Prozent mehr Kontakte als im Jahr zuvor. In mehr als 27.000 Fällen fand eine Beratung per Telefon, Chat oder E-Mail statt. 14.400 von Gewalt betroffene Personen erhielten Unterstützung in Form von Erstberatung, Krisenintervention, Information oder Weitervermittlung.

Immer mehr Frauen brechen ihr Schweigen

Die Kontakt- und Beratungszahlen zeigen: Jeden Tag sind viele Frauen von Gewalt betroffen. Das bundesweite Beratungsangebot ist daher dringend erforderlich, um Frauen Hilfe und Unterstützung zu bieten. Studien belegen: 35 Prozent aller Frauen haben schon einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlitten, jede vierte Frau erlebt Gewalt durch ihren Lebenspartner. Doch nur etwa 20 Prozent der Betroffenen wenden sich an eine Unterstützungseinrichtung.

Beratung in unterschiedlichsten Sprachen 

Insbesondere Beratungen, die in anderen Sprachen stattfanden, konnten vielen Frauen weiterhelfen: Die Zahl der Beratungen mit Dolmetscherinnen haben im Vergleich zu 2014 um beinahe 70 Prozent zugenommen, wobei Polnisch und Arabisch am häufigsten nachgefragt wurden. Insgesamt wurde über 900-mal in einer Fremdsprache beraten.

"Das Hilfetelefon informiert und berät in 15 Sprachen. Das ist einmalig und bietet auch vielen gewaltbetroffenen Frauen, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen, einen zentralen Zugang zu Beratung und Hilfe", sagt Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. "Daher spielt das Hilfetelefon auch eine wichtige Rolle, wenn wir aktuell darüber sprechen, wie wir von Gewalt betroffenen Frauen in Flüchtlingsunterkünften besseren Schutz und Zugang zu Hilfsangeboten ermöglichen können."

Schutz und Hilfe in Flüchtlingsunterkünften 

"Immer mehr Frauen brechen ihr Schweigen, und das ist entscheidend, um Hilfe zu erhalten", betont Helga Roesgen, Präsidentin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. "Das Hilfetelefon wird gebraucht und hat einen festen Platz in der Beratungslandschaft in Deutschland eingenommen. Es hilft auch dann, wenn andere Einrichtungen nicht zu erreichen sind. Rund 40 Prozent der Beratungen fanden 2015 in den Abend-, Nacht- und frühen Morgenstunden statt."

Frauen mit Behinderungen doppelt so häufig betroffen

Frauen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen widmet der Jahresbericht ein eigenes Kapitel. Sie sind Erhebungen zufolge doppelt so häufig von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. Das Hilfetelefon unterstützt sie mit zielgruppenspezifischen Hilfsangeboten wie der Beratung in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache. 2015 wandten sich rund 1.700 Frauen mit Gewalterfahrung an das Hilfetelefon, die im Rahmen der Beratungen über ihre Behinderung oder Beeinträchtigung sprachen. Seit dem Start im März 2013 konnte das Hilfetelefon bereits vielen Frauen einen Weg aus der Gewalt zeigen: Insgesamt verzeichnet das Beratungsangebot in den drei Jahren seines Bestehens rund 155.000 Kontakte und 72.000 Beratungen. Mehr als 43.000 von Gewalt betroffene Personen nutzten das Angebot und ließen sich individuell beraten.

Hintergrund

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr kostenlos unter der Telefonnummer 08000 116 016 und online unter www.hilfetelefon.de über den Termin- und Sofort-Chat sowie per E-Mail erreichbar. Mehr als 60 qualifizierte Beraterinnen informieren und beraten gewaltbetroffene Frauen, Personen aus ihrem sozialen Umfeld und Fachkräfte - kostenlos, anonym, in 15 Sprachen sowie in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache.

Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt.

Weitere Informationen unter www.hilfetelefon.de

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 07.03.2016

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