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Bundesweites "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen" eingerichtet

Bild: BAFzA

Frauen, die Opfer von psychischer oder körperlicher Gewalt wurden, können sich an ein neues Sorgentelefon wenden: Das „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“.

Auf dieses neue Hilfsangebot weist Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, die Bürgerinnen und Bürger im Rheingau-Taunus hin. Rund um die Uhr beraten Expertinnen betroffene Frauen unter der Telefonnummer 08000 – 116 016. „Es findet eine kompetente Erstberatung statt und die Betroffenen werden zur weiteren Betreuung an Unterstützungseinrichtungen vermittelt. Mit diesem Service entfällt die eigene, möglicherweise umständliche Recherche nach Hilfe vor Ort“, erklärte Petra Müller-Klepper. Im Rheingau-Taunus bieten das Frauenhaus in Bad Schwalbach und die dortige Beratungs- und Interventionsstelle, die das Sozialministerium jährlich mit 13.900 Euro unterstützt, Rat und Hilfe. Bei häuslicher Gewalt kann die Einrichtung, deren Träger der Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus ist, auch direkt unter der Telefonnummer 06124 - 729217 angewählt werden.

Obwohl es ein tragfähiges Netz von Angeboten zur Beratung und Unterstützung gebe, würden viele von Gewalt betroffene Frauen damit noch nicht erreicht, so die Staatssekretärin aus dem Rheingau. Mit dem neuen Hilfetelefon, das die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Ländern auf den Weg gebracht hat, könne die Hemmschwelle, Beratung zu suchen, überwunden werden. Das Hilfetelefon sei jederzeit ohne Hürden erreichbar, kostenlos, vertraulich, barrierefrei und bei Bedarf mehrsprachig. Auch anonym könne man hier Rat und Hilfe erhalten. „Frauen können Rat und Beistand für alle Formen des Übergriffs erhalten - ganz gleich ob häusliche Gewalt, Stalking, Cybermobbing oder die unterschwellige sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Insgesamt 60 Expertinnen suchen in einer bundesweiten Datenbank nach passenden Hilfsangeboten vor Ort. Dolmetscherinnen für 15 Sprachen stehen für Migrantinnen zur Verfügung“, erläuterte Petra Müller-Klepper.  An das Hilfetelefon können sich neben den betroffenen Frauen auch Angehörige, Freunde, andere Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Personen, die beruflich oder ehrenamtlich gewaltbetroffene Frauen beraten und unterstützen, wenden.

„Gewalt gegen Frauen und Mädchen ereignet sich jeden Tag mitten unter uns. Für viele Frauen und Mädchen kann ein Anruf beim Hilfetelefon der erste Schritt sein, um die Gewaltspirale zu durchbrechen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, unterstrich Petra Müller-Klepper. Bei der sorgfältigen Vorbereitung des Hilfetelefons in den letzten Monaten habe das Hessische Sozialministerium intensiv mitgewirkt. Das bundesweite Hilfetelefon wurde beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in Köln eingerichtet. Das Hilfetelefon ist auch im Internet zu erreichen: Unter www.hilfetelefon.de können Frauen direkt Kontakt zu den Beraterinnen aufnehmen. Neben einem Zugang zur Gebärdendolmetschung bietet diese Website auch eine große Auswahl digitaler Informationsmaterialien.

Petra Müller-Klepper verwies auf die kontinuierlichen Aktivitäten der Hessischen Landesregierung bei der Bekämpfung von Gewalt an Frauen und Mädchen. Mit rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr werden Einrichtungen und Maßnahmen finanziell unterstützt. Verstärkt investiert das Land auch in die Fortbildung von sozialen Fachkräften, die für das Thema sensibilisiert und für den professionellen Umgang damit in den Einrichtungen geschult werden.

Quelle: Hessisches Sozialministerium vom 28.03.2013

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