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Bundesministerin Schwesig: "Gewalt gegen Frauen darf kein Tabuthema sein"

Portrait einer jungen Frau
Bild: Spinnenfrau / pixelio.de

Am 05.03.2014 hat die Europäische Grundrechteagentur eine neue repräsentative Studie zum Ausmaß von Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Europa vorgelegt. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, erklärt, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht verharmlost werden darf.

Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) hat am 05.03.2014 die EU-weite Studie "Gewalt gegen Frauen" veröffentlicht. Der Bericht belegt nicht nur die weit verbreitete Gewalt gegen erwachsene Frauen, sondern schildert auch die körperliche und sexuelle Gewalt, die Frauen in der Kindheit erfahren haben. Für diese weltweit größte Erhebung über Gewalt gegen Frauen und Mädchen wurden 42.000 Frauen in den 28 EU-Mitgliedstaaten befragt. Laut der Erhebung haben 33 Prozent der Frauen seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren, in Deutschland waren es 35 Prozent. Mehr als die Hälfte der befragten Frauen, 55 Prozent, haben irgendeine Form der sexuellen Belästigung erlebt. Von den befragten deutschen Frauen wurden 60 Prozent bereits sexuell belästigt. Gewalt gegen Frauen beginnt oft bereits in der Kindheit. So haben 33 Prozent der Frauen in der Kindheit körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen Erwachsenen  erlebt, in Deutschland waren es 42 Prozent.

"Die Studie zeigt: Wir müssen Frauen besser vor Gewalt schützen. Das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen ist auch in Deutschland enorm hoch. Es ist gut, dass die EU das Thema in den Mittelpunkt stellt", erklärt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig. "Gewalt darf nicht verharmlost werden und Gewalt gegen Frauen darf auch kein Tabuthema sein", erklärt Manuela Schwesig weiter.

Alarmierend: Zwei Drittel der weiblichen Opfer gehen nicht zur Polizei und suchen auch keine andere Einrichtung der Hilfe auf. Damit gerade diesen Frauen der Weg zur Hilfe leichter fällt, gibt es das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen". Wer Hilfe sucht, Fragen hat oder einfach mit jemand sprechen möchte, findet unter der Telefonnummer 08000 - 116 016 sofort Hilfe: Rund um die Uhr, an allen Tagen des Jahres, bei allen Formen von Gewalt, mehrsprachig stehen kompetente Beraterinnen für alle Fragen zur Verfügung.

"Das Hilfetelefon macht den ersten Schritt aus der Gewalt leichter und hilft, das Erlebte zu verarbeiten und Auswege zu finden. Die Frauen haben jedes Recht auf Hilfe verdient", betonte Manuela Schwesig.

Weitere Informationen finden Sie unter www.hilfetelefon.de.

Quelle: DEUTSCHER PRÄVENTIONSTAG vom 06.03.2014 / Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 05.03.2014

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