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Berlin bekommt ein Computerspielemuseum

Am 21. Januar 2011 öffnet im ehemaligen „Café Warschau“ in der Karl-Marx-Allee 93 Berlins erstes Computerspielemuseum seine Pforten für das Publikum. Nur wenige Schritte vom U-Bahnhof Weberwiese entfernt wird die neue Dauerausstellung „Computerspiele - Evolution eines Mediums“ zu erleben sein. Mehr als 500 qm Ausstellungsfläche laden alle Berlinerinnen und Berliner und auch alle Besucherinnen und Besucher der Stadt zu interaktivem Erleben ein.

Mit dem neuen Museum erhält Berlin einen neuen kulturellen und touristischen Anziehungspunkt! Ermöglicht wurde dieser Erfolg auch durch Mittel aus dem Kulturinvestitionsprogramm (KIP) des Senats, das sich aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) speist. Mit 220.000 Euro fördert die Kulturverwaltung diese bundesweit einzigartige ständige Ausstellung über Geschichte und Zukunft der Computerspiele. Einen Betrag in gleicher Höhe steuert die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin bei.

Kulturstaatssekretär Schmitz sagte: „Zuweilen wird in Frage gestellt, dass Computerspiele oder Games zur Kultur zu rechnen sind - eine überholte Debatte! Millionen Menschen - vieler Altersstufen - spielen täglich am Computer, im Internet, auf dem Handy oder auf Spielkonsolen. Die Faszination des Mediums ist nicht nur ungebrochen, sie wächst. Dabei hat das vergleichsweise junge Medium schon seine eigenen Klassiker hervorgebracht. Games vereinen Film, Design, Musik sowie Bildende und Darstellende Kunst und schaffen etwas Neues, das Menschen anspricht und bewegt, zur Reaktion auffordert und ohne sie nicht sein kann.

Mit der ständigen Ausstellung „Evolution eines Mediums“ erhalten die Computerspiele als Kunstform und Kulturprodukt ihren festen Ort in Berlin. Das Computerspielemuseum hat sich bereits um die Erforschung der Games als Kulturgut verdient gemacht und wird dies auch weiterhin tun, gemeinsam mit anderen Akteuren aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Dabei werden problematische Aspekte, von der Spielsucht bis zur Gewalt in manchen Spielen, nicht ausgespart. Einmal mehr hilft uns das gemeinsame Europa, ein regionales kulturelles Potential für die Stadt zu entwickeln“.

In der Berliner Museumslandschaft ist das Computerspielemuseum keine Unbekannte. Schon seit den 80er Jahren hat der Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e.V. die europaweit wohl größte Sammlung spielebezogener Hard- und Software zusammengetragen.

Seit 1997 wurde sie vielerorts in Deutschland erfolgreich in Sonderausstellungen präsentiert. Nun findet sie ihren ständigen Präsentationsort in der Mitte Berlins. Die Bedeutung der Sammlung wurde 2009 auch durch das KEEP-Projekt (www.keep-project.eu) unterstrichen, das aus dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm gefördert wird. Unter Mitwirkung der Deutschen und der Französischen Nationalbibliothek soll der Erhalt und die Nutzbarkeit von älterer Computerspielesoftware über den technischen Wandel hinweg erforscht werden.

Das neue Computerspielemuseum fügt sich ein in das Gamescluster Berlin-Brandenburg, das aus mehr als 130 Betrieben, Verbänden und Ausbildungsinstitutionen besteht. Das neue Museum wird - analog zum bauhaus Archiv im Designbereich - neben seinen museumstypischen Aufgaben auch der Rück- und Vorausschau, der Analyse, der Bezugnahme und Standortbestimmung dienen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Branche geht dabei über die direkten Umsätze der Entwickler und Publisher hinaus: Games sind auch Triebkraft der technischen Entwicklung und werden etwa dem Thema 3D weiteren Schwung verleihen. Berlin misst der Gamesbranche wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung zu. Auch die Nähe zum eLearning ist fließend. Nicht zuletzt der 2009 von der Wirtschaftsverwaltung durchgeführte Wettbewerb „Serious Games - Spielerisch zum Ziel“ hat dies eindrucksvoll unterstrichen.

Das Kulturinvestitionsprogramm - KIP in den Jahren 2007-2015 ist eine Initiative der Berliner Kulturverwaltung, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gespeist wird.

Das Museum hat täglich (außer Dienstag) von 10:00 - 20:00 Uhr geöffnet.

Quelle: Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin

http://www.computerspielemuseum.de/index.php?lg=de