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BaWü: Preisträger im Literaturwettbewerb „Jugend auf dem Land“ stehen fest

Mädchen und Junge untersuchen Wiese mit Lupe
Bild: © Jacek Chabraszewski - Fotolia.com

Die Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg hatte baden-württembergische Autoren aufgerufen, sich mit dem Thema „Jugend auf dem Land“ literarisch auseinander zu setzen.

„Der Wettbewerb hat gezeigt, dass sich die literarische Beschäftigung mit dem Ländlichen Raum lohnt: Die Texte gewähren außerordentlich spannende, scharfsinnige und nachdenkliche Einsichten in die Lebenswelten von Jugendlichen auf dem Land. Damit bereichern sie die Literaturszene und den kulturellen Dialog über ein wichtiges Thema“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, bei der Bekanntgabe der Preisträger des Literaturwettbewerbs 2013 „Jugend auf dem Land“.

Die Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg hatte baden-württembergische Autoren aufgerufen, sich mit dem Thema „Jugend auf dem Land“ literarisch auseinander zu setzen. Insgesamt wurden 113 Arbeiten eingereicht. Davon wählte die Fachjury zwölf Texte aus. Der mit 2.500 Euro dotierte erste Preis geht an Susanne Benda (Stuttgart) für ihre Erzählung „Zug um Zug“, eine Geschichte von vier Schülern, die auf dem Dorf mehr Bewegungsfreiheit haben und mehr Zeit, um selbst erdachte Spiele zu verfolgen als Kinder in der Stadt. Die „Viererbande“ mit einem „Boss“ an der Spitze durchstreift Felder und Häuser, leistet sich kleine Diebereien, verfolgt einen mysteriösen „Großen Plan“ und nimmt sich selbst bei alledem sehr ernst. Der Witz, der Kinderköpfe auf ebenso gescheite wie absurde Einfälle bringt, hat auch die Autorin inspiriert. Man mag im Hintergrund ihrer Geschichte einen leisen Spott auf die Enge des Lebens in der Stadt vermuten, doch fasziniert ihre Erzählung vor allem durch die Poesie der kindlichen Spiele, die sie beschreibt.

Der zweite Preis (1.500 Euro) geht an Hanna Münch (Ulm) für ihren Text „Tagebuch einer Außerirdischen“. Darin zeichnet die Autorin charmant das Bild einer Schülerin, der es gelingt, mit feiner Ironie, dabei liebevoll und mit Empathie sich selbst sacht an die Hand zu nehmen und sich in die für sie neuen dörflichen Verhältnisse einzufügen. Ihre ersten Gehversuche im ihr bislang so fremden Milieu vertraut sie ihrem Tagebuch an. Jeweils kurz vor dem Einschlafen wendet sie sich dann an ihren Moony. Denn nicht zuletzt gelingt es ihr durch die witzig geführten Hinwendungen an ihren Mann im Mond, sich in der anfangs so fremden ländlichen Welt zurechtzufinden.

Mit dem dritten Preis (1.000 Euro) wird der Stuttgarter Autor Thomas Hoeth ausgezeichnet. Die Ich-Erzählerin seiner Kurzgeschichte „Jana Doppelkopf“, die 16-jährige Sarah, charakterisiert sich selbst als Mädchen mit Sozialtick. Sie möchte nach einer zufälligen Begegnung den älteren Penner Paule Kramp vom Saufen abbringen. Tatsächlich kommt er nüchtern zum vereinbarten Treffen und erzählt ihr die phantastische Geschichte von einem doppelköpfigen Schwein, das ihm einige Jahre Halt im Leben gab. Diese ungewöhnliche Begebenheit beschreibt Hoeth subtil und glaubhaft, und am Schluss gibt es für Sarah und die Leser eine Art erzählerisches Vermächtnis.

Mit einer Ehrenurkunde werden folgende Autoren ausgezeichnet:

  •     Daniel Oliver Bachmann (Oppenau, Ortenaukreis): „Der Junge mit dem Lehmhandy“
  •     Thilo Biena (Balingen, Zollernalbkreis): „Zacharias X“
  •     Steffen M. Diebold (Jungingen, Zollernalbkreis): „Heuernte anno ‘44“
  •     Katharina Ehrmann (Bad Mergentheim, Main-Tauber-Kreis): „Nah und näher“
  •     Sandhya Hasswani (Herrischried, Landkreis Waldshut): „4 PS – halbstark unterwegs“
  •     Marlene Müller (Freiburg im Breisgau): „Im Adler daheim“
  •     Heike Obergfell (Schramberg, Landkreis Rottweil): „Mischlingskinder“
  •     Eberhard Rapp (Stuttgart): „Sieben Schwaben“
  •     Mehrnousch Zaeri-Esfahani (Karlsruhe): „Wenn ich einen Wunsch frei hätte“

Zur Fachjury gehörten Irene Ferchl (Publizistin, Herausgeberin des Literaturblatts für Baden-Württemberg), Prof. Dr. Hannelore Schlaffer (Stuttgart), Felicitas Vogel (Neske-Bibliothek Pfullingen), Prof. Dr. Thomas Vogel (Tübingen) und Janina Zemni (Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz).

Das Buch mit den besten zwölf Texten des Wettbewerbs erscheint im Silberburg-Verlag unter dem Titel „Jugend auf dem Land. Neue Geschichten und Gedichte aus Baden-Württemberg“. Herausgegeben von der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg. Tübingen 2013.

Quelle: Baden-Wuerttemberg.de vom 28.07.2013

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