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Antisemitismus: "Klare Grenzen setzen!“

In Berlin werden zur Zeit mehr als 100 Kunstwerke aus Yad Vashem ausgestellt. Zur Ausstellungseröffnung betont Bundeskanzlerin Merkel, dass es keine Kompromisse im Kampf gegen Antisemitismus geben dürfe. Erscheinungen in Schulen oder Jugendeinrichtungen müssten Erwachsene klar entgegentreten.

Bei der Bekämpfung von Antisemitismus ist Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht dazu bereit, Kompromisse zuzulassen. Antisemitismus, so Merkel in ihrem Video-Podcast, sei "leider zu oft in unserer Gesellschaft" anzutreffen. Es gelte, Menschen immer wieder darauf hinzuweisen, dass sie damit grundlegende Werte des Grundgesetzes verletzten. "Man kann versuchen zu argumentieren, immer wieder und immer wieder, aber es muss auch klar sein: Das hat keinen Platz in unserer Gesellschaft", sagt Merkel. Man müsse "einfach klare Grenzen setzen".

Hasseinträge in sozialen Netzwerken löschen

Die Bundeskanzlerin hält es für wichtig, antisemitische Hasseinträge in den sozialen Netzwerken zu löschen. Dazu habe es gerade eine ganze Reihe von Bemühungen des Justizministers gegeben, und sie selbst habe ebenfalls mit den Verantwortlichen von Facebook gesprochen.

Die Sorgen – etwa des Präsidenten des Zentralrats der Juden – seien ernst zu nehmen, erklärt Merkel. Das gelte gerade auch im Blick auf Jugendliche mit einem familiären Hintergrund aus Ländern, in denen der Hass auf Israel und der Hass auf Juden verbreitet seien. Jeder Erwachsene müsse gegen antisemitische Erscheinungen in Schulen oder Begegnungsstätten von jungen Menschen angehen. Schüler, die nicht so dächten, müsse man ermutigen und befähigen, deutlich zu machen, "dass das so nicht angeht". "Hier haben wir eine große Aufgabe vor uns", sagt die Bundeskanzlerin.

Ausstellung „Kunst aus dem Holocaust“ im Deutschen Historischen Museum

Anlass für Merkels Äußerungen ist die Eröffnung der Ausstellung "Kunst aus dem Holocaust" mit rund hundert Werken aus der Gedenkstätte Yad Vashem am Montag (25.01.) im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Dass die Gedenkstätte die Exponate zur Verfügung gestellt hat, wertet die Bundeskanzlerin als Vertrauensbeweis. Die Ausstellung erinnere an die immerwährende Verantwortung für die Schoah, sagt sie. Es sei wichtig, dass sich jede Generation mit der deutschen Geschichte befasse.

Merkel plädiert dafür, jungen Menschen – etwa im jüdischen Museum in Berlin – auch zu zeigen, welchen Beitrag Juden zur Wissenschaft, zur Kultur und zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands geleistet haben. Wenn sie sich anschaue, was Deutschland durch den Nationalsozialismus an jüdischem Leben verloren habe, sei das "ein großer Schmerz". Merkel: "Umso mehr heißt es heute, jüdisches Leben willkommen zu heißen, Antisemitismus zu bekämpfen und hier auch keine Kompromisse zuzulassen."

Der Video-Podcast steht auf der Internetseite www.bundeskanzlerin.de zur Verfügung.  Die Ausstellung „Kunst aus dem Holocaust – 100 Werke aus der Gedenkstätte Yad Vashem“ ist noch bis 3. April 2016 im Deutschen Historischen Museum in Berlin zu sehen.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 23. und 25.01.2016

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