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Gedenkstättenfahrten: Höhere Zuschüsse für ein Lernen aus der Geschichte

Peter Junge-Wentrup, IBB-Geschäftsführer, Stephan Erb, Geschäftsführer des DPJW, und Matthias C. Tümpel, Vorsitzender des IBB, stellen die neue Kooperation vor.
Bild: IBB Dortmund / Pressebüro vom Büchel Peter Junge-Wentrup, IBB-Geschäftsführer, Stephan Erb, Geschäftsführer des DPJW, und Matthias C. Tümpel, Vorsitzender des IBB, stellen die neue Kooperation vor.

Zum 70. Jahrestag der Befreiung des deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz werden Fördermittel in Höhe von bis zu einer Million Euro für Gedenkstättenfahrten Jugendlicher in Polen und Deutschland zur Verfügung gestellt.

Das IBB Dortmund, die Bethe-Stiftung und das Deutsch-Polnische Jugendwerk stellen anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 2015 eine neue Kooperation vor: Fördermittel in Höhe von bis zu einer Million Euro stehen 2015 zur Verfügung für Gedenkstättenfahrten Jugendlicher in Polen und Deutschland. Ziel der Public-private-Partnership ist ein Lernen aus der Geschichte für eine gemeinsame Zukunft in Europa.

"Die Entwicklung und Förderung einer gemeinsamen europäischen Perspektive ist uns sehr wichtig", sagte Stephan Erb, Geschäftsführer des Deutsch-Polnischen Jugendwerks, das 1991 von den Regierungen der Bundesrepublik und der Republik Polen gegründet wurde, um Begegnungen junger Menschen aus Deutschland und Polen zu fördern. "Deshalb möchten wir verstärkt Gedenkstättenprogramme fördern, die Jugendliche aus Deutschland und Polen und eventuell weiteren Ländern zusammenbringen."

"Wir freuen uns, mit der Bethe-Stiftung einen Partner an unserer Seite zu wissen, dem die Erinnerung an die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte ebenso sehr am Herzen liegt wie uns", sagte Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des IBB Dortmund, bei der Vorstellung der neuen Kooperation in Dortmund. "Die Gegenwart lehrt uns jeden Tag, dass wir die Lehren aus der Geschichte niemals vergessen dürfen", sagte Erich Bethe. Seine Stiftung hat die Weitergabe der Erinnerung an die junge Generation zur zentralen Aufgabe gemacht. "Durch großzügige Zuschüsse möchten wir möglichst vielen Jugendlichen Fahrten ermöglichen."

Am authentischen Ort in den Gedenkstätten Auschwitz, Majdanek, Treblinka, Sobibόr, Bełżec, Chełmno und Stutthof sollen Jugendliche zu einer Auseinandersetzung mit Fragen der Geschichte und der Gegenwart angeregt werden: Von der systematischen Judenverfolgung durch die Nazis bis zu Gewaltexzessen und Fremdenfeindlichkeit heute. "Zusammen mit der Bethe-Stiftung und dem DPJW möchten wir bis zu 100 bi- und trilaterale Begegnungen und weitere 100 unilaterale Begegnungen an Lernorten aus der Zeit der NS-Herrschaft in Polen ermöglichen", sagte Peter Junge-Wentrup.
Zivilcourage und politische Mündigkeit sind Lernziele.

Die Bethe-Stiftung ergänzt die Zuwendungen des Deutsch-Polnischen Jugendwerks und weiterer Zuschussgeber bis zu einer Höhe von 250.000 Euro für unilaterale und weitere bis zu 250.000 Euro für bi- und trilaterale Begegnungen. Die Gedenkstättenbesuche sollen jeweils mindestens vier Tage dauern und intensiv vor- und nachbereitet werden. Für die unilateralen Gedenkstättenfahrten sollen die Bundesländer für eine Ko-Finanzierung gewonnen werden.

Das IBB Dortmund hat seit seiner Gründung im Jahr 1986 Gedenkstättenfahrten zu Lernorten der nationalsozialistischen Diktatur organisiert und einfühlsam begleitet - in vielen Fällen bezuschusst aus Mitteln des Deutsch-Polnischen Jugendwerks. Durch die Unterstützung der Bethe-Stiftung können künftig mehr Besuche deutscher und deutsch-polnischer Gruppen in Gedenkstätten in Polen unterstützt werden.

Organisatorisches

Anträge können ab 1. Februar 2015 gestellt werden.

Einzelheiten zu den unilateralen Gedenkstättenfahrten unter:
www.ibb-d.de/gedenkstaettenfahrten

Weitere Informationen zu bi- und trilateralen Gedenkstättenbesuchen
unter: www.dpjw.org

Quelle: Internationales Bildungs- und Begegnungswerk IBB e.V. vom 20.01.2015

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