Corona-Pandemie

Chancengerechtigkeit darf im digitalen Semester nicht vergessen werden

Ein Student sitzt in einer Bibliothek mit seinem Laptop und Unterlagen auf dem Boden und arbeitet.
Bild: © shock – fotolia.com

Nicht nur an Schulen, auch an Hochschulen haben die letzten Monate gezeigt, dass große Anstrengungen unternommen werden müssen, um Bildungsungerechtigkeiten entgegenzuwirken. Mit dem Beginn des dritten digitalen Semesters an den deutschen Hochschulen wird immer deutlicher, welche Angebote notwendig sind, um den Studierenden trotzdem einen guten Start in den neuen Bildungsabschnitt zu ermöglichen. Das Förderprogramm Studienkompass unterstützt Studierende mit zahlreichen Angeboten.

Seit 15 Jahren leistet das gemeinnützige Förderprogramm Studienkompass einen wichtigen Beitrag für gute Chancen bei Jugendlichen am Übergang von der Schule an die Universität oder in die Ausbildung. Die Geförderten, die alle aus nichtakademischen Familien stammen, werden bereits zwei Jahre vor dem Abitur begleitet und auch im ersten Jahr an der Hochschule oder in der Ausbildung weiter unterstützt. Auf www.studienkompass.de berichten die Studienkompass-Geförderten Sarah und Simon ausführlich über ihre Herausforderungen des Studienstarts unter Corona-Bedingungen.

Mit Beginn der Pandemie wurde mit neuen Angeboten die digitale Betreuung im Studienkompass noch einmal ausgebaut und auf die neu entstandenen Bedürfnisse ausgerichtet. Insbesondere die fehlenden sozialen Kontakte und der mangelnde Austausch mit anderen Studierenden bereiten den Geförderten Schwierigkeiten. Innerhalb ihrer regionalen Studienkompass-Gruppen können sie sich untereinander austauschen und voneinander lernen. Unterstützt werden sie dabei von ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren, die auch individuelle Beratung ermöglichen.

Bei digitalen Workshops werden darüber hinaus einzelne Herausforderungen angegangen, z. B. Lerntechniken, Arbeitsorganisation und Zeitmanagement, aber auch Achtsamkeit und Stressmanagement, um einen gesunden Weg für sich selbst zu finden, mit den neuen Begebenheiten umzugehen. Denn auch das ungewohnte stundenlange Sitzen vor dem Computer und eine fehlende Work-Life-Balance machen vielen Geförderten zu schaffen. Durch den Wegfall von Nebenjobmöglichkeiten kommen häufig auch finanzielle Sorgen hinzu. Der Studienkompass hilft hier mit Informationsangeboten zu alternativen Finanzierungsmöglichkeiten, die nicht immer bekannt sind, z. B. Stipendien oder spezielle Corona-Hilfsangebote. Die programmeigene App bietet zudem rund um die Uhr viele Informationen und Angebote rund um das Studium.

„Gerade für Jugendliche aus Familien ohne akademische Erfahrungen ist der Studienstart eine besondere Herausforderung, auf die wir sie intensiv vorbereiten. In Zeiten der Corona-Pandemie kommen noch einmal ganz neue Schwierigkeiten hinzu, die es aufzufangen gilt: Neben dem fehlenden sozialen Leben bedarf es aktiver Verantwortungsübernahme und einem resilienten Umgang mit vielfältigen Unsicherheiten und Veränderungen – Fähigkeiten, die auch für den zukünftigen Bildungs- und Berufsweg essenziell sind. Wir unterstützen die Stärkung solcher Kompetenzen und tragen so dazu bei, nicht an den schwierigen Umständen zu verzweifeln“, so Dr. Ulrich Hinz, Bereichsleiter Schülerförderung bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft.

Über den Studienkompass

Das Förderprogramm unterstützt bundesweit aktuell mehr als 1.100 Schülerinnen und Schüler aus Familien ohne akademische Erfahrung beim Übergang von der Schule an die Hochschule oder in die Ausbildung. Rund 3.150 junge Menschen haben das Programm bereits erfolgreich durchlaufen. Die hohe Wirksamkeit belegt eine wissenschaftliche, unabhängige Evaluation des Programms, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung von 2007 bis 2014 gefördert wurde.

Mehr Informationen unter www.studienkompass.de.

Quelle: Stiftung der deutschen Wirtschaft vom 21.04.2021

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