Förderung der Erziehung in der Familie / Hilfen zur Erziehung

„Wir wollen Zugänge schaffen, Ängste nehmen und aufklären“ – clarat family als Vermittler zur Kinder- und Jugendhilfe

Jemand hält ein Smartphone in der Hand, auf dem die Internetseite www.clarat.org/family geöffnet ist
Bild: © clarat gGmbH

clarat family ist ein digitales Hilfeverzeichnis für Kinder, Jugendliche, Eltern und Familien. Es hilft ihnen dabei, Beratungsstellen und soziale Dienstleister der Kinder- und Jugendhilfe schnell und unkompliziert online zu finden. Im Interview erklärt Andrea Kaczmarek, Produktmanagerin bei clarat family, was genau hinter dem Projekt der Benckiser Stiftung Zukunft steckt.

Fachkräfteportal: Warum ist clarat.org entstanden?

Andrea Kaczmarek: Unsere Vision ist, dass Kinder, Jugendliche und Eltern sich nicht mehr allein fühlen, wenn sie in Not sind. Familien können ja in belastende, völlig überfordernde Situationen kommen. Dass es in Deutschland unzählige Hilfsangebote gibt, die sie in Anspruch nehmen können, wissen aber nur die wenigsten. Auf unserer Seite finden sie solche Angebote. Leicht zugänglich, in einer einfachen Sprache. Es gibt  clarat family für Kinder, Jugendliche und Eltern. In einem zweiten Projekt,  clarat refugees, bieten wir so ein Verzeichnis auch speziell für Geflüchtete an.

Wie seid ihr bei der Entwicklung von clarat family vorgegangen?

Zuerst einmal war es uns wichtig herauszufinden, was Kinder, Jugendliche und Eltern eigentlich brauchen. Was machen sie zum Beispiel, wenn es in der Familie ein Problem gibt? Suchen sie im Internet nach Hilfe? Wie suchen sie Hilfe? Was müssen wir tun, um die Suche zu erleichtern? Diese Fragen können uns Betroffene selbst am besten beantworten. Deshalb haben wir zahlreiche Gespräche geführt, mit Eltern und mit Fachkräften aus dem Sektor. Die Ergebnisse haben wir ausgewertet und nutzen sie, um unser Produkt weiterzuentwickeln.

Was ist das Ziel von clarat family?

Wir möchten, dass jede Familie genau die Hilfe bekommt, die sie braucht. So schnell und unkompliziert wie möglich. Zusätzlich erklären wir Begriffe und Konzepte aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Zum Beispiel können sich Eltern darüber informieren, wie so eine Familienhilfe oder Therapie eigentlich abläuft. Hier bestehen immer noch Ängste und Vorurteile. Gerade wenn das Jugendamt im Spiel ist. Wir möchten diese Ängste ernst nehmen und durch gezielte Information abbauen. Zudem möchten wir Familien über ihre Rechte aufklären. Denn vielen fehlt das Wissen darüber, was möglich ist und was ihnen zusteht. Mehr Selbstbewusstsein hier ist oft schon der erste Schritt auf dem Weg zur passenden Hilfe.

Frau Kaczmarek, vielen Dank für das Gespräch!

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