Förderung der Erziehung in der Familie

„Mein Papa liest vor!“ startet in Berlin

Familiäre Vorlesesituation: Vater, Mutter und zwei Kinder
Bild: © Stiftung Lesen

Das Projekt „Mein Papa liest vor!“, das die Stiftung Lesen mit Förderung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, der Stiftung Berliner Sparkasse und der Microsoft Deutschland GmbH ab sofort in Berlin umsetzt, soll insbesondere Väter, dazu animieren, ihren Kindern mehr vorzulesen.

Die Schirmherrschaft hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit übernommen. Heute wurde in Berlin mit einer Gesprächsrunde der Initiatoren und Förderer sowie einer Vorleseaktion der Startschuss gegeben.

In den nächsten Wochen kontaktiert die Stiftung Lesen in Berlin alle Arbeitgeber mit gut 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und stellt ihnen das Projekt vor. Mehr als 1.000 Unternehmen im Land werden auf diesem Weg aktiv angesprochen. Auch kleinere Unternehmen und Institutionen können an dem kostenlosen Programm teilnehmen und sich bei Interesse unter der E-Mail-Adresse meinpapaliestvor@DontReadMestiftunglesen.de anmelden.

„Mein Papa liest vor!“ funktioniert ganz einfach: Über das firmeneigene Intranet ihres Arbeitgebers erhalten die Mitarbeiter wöchentlich von der Stiftung Lesen eine Geschichte, die sie einfach und kostenlos herunterladen und mit nach Hause nehmen können. Die Geschichten sprechen die unterschiedlichen Interessen von Jungen und Mädchen an und berücksichtigen verschiedene Altersgruppen sowie kulturelle Hintergründe. Ein umfassendes Vorlese-Dossier mit Hintergründen und Tipps zum Vorlesen vermittelt zudem, warum Vorlesen für die Entwicklung der Kinder so wichtig ist.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit: „Je früher man mit Büchern in Kontakt kommt und sie für sich entdeckt, desto besser. Denn Lesen fördert die Persönlichkeitsentwicklung und ist der Schlüssel zu Bildung und schulischem Erfolg. Ich unterstütze daher die Initiative ‚Mein Papa liest vor!‘ als Schirmherr und wünsche ihr eine rege Unterstützung seitens der Berliner Unternehmen und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Mario Czaja, Senator für Gesundheit und Soziales, ging gemeinsam mit Radiomoderator Sven Oswald mit einer Vorleseaktion zum Projektstart mit gutem Beispiel voran: „Es ist wichtig, dass mehr Väter ihren Kindern vorlesen und das möglichst regelmäßig. Sie sollten diese besonderen Momente zwischen Eltern und Kind nicht den Müttern allein überlassen. Eltern sind die ersten Vorbilder für ihre Kinder und helfen ihnen durch das Vorlesen, sich zu vielseitig interessierten, sprachbegabten Menschen zu entwickeln. Um Vätern den Einstieg zu erleichtern, fördert meine Senatsverwaltung das Projekt ‚Mein Papa liest vor!‘“

„Leseförderung ist angesichts der hohen Zahl von 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten in Deutschland nicht nur eine politische, sondern auch eine unternehmerische Aufgabe“, macht Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, deutlich. „Wir rufen daher  alle Arbeitgeber auf, über die Teilnahme an ‚Mein Papa liest vor!‘ einen einfachen und effektiven Beitrag zu einer familienfreundlicheren Arbeitskultur und zur Steigerung der Bildungschancen der Kinder ihrer Mitarbeiter zu leisten.“

Auch Dr. Johannes Evers, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Berliner Sparkasse, betont die Verantwortung von Unternehmen: „Angesichts des drohenden Fachkräftemangels ist Leseförderung essenziell für die Zukunft“, so Dr. Johannes Evers. „Vorlesen und Lesen fördert nicht nur die Fantasie, Kreativität und Empathie von Kindern, sondern hat auch Auswirkungen auf ihre späteren Bildungschancen. Daher hoffen wir, dass sich neben den Sparkassen viele weitere Unternehmen in Berlin an dem für sie kostenlosen Projekt beteiligen und den Kindern ihrer Mitarbeiter auf diese Art und Weise neue Zugänge zum Lesen ermöglichen“.

Henrik Tesch, Direktor Politik und Gesellschaftliches Engagement Microsoft Deutschland, ergänzt: „Schon jetzt steht der deutsche Arbeitsmarkt vor großen Herausforderungen: 14,5 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben und sind damit kaum ausbildungsfähig. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist es daher ein Muss, in die Lese- und Schreibfähigkeit junger Menschen zu investieren.“

Das Projekt „Mein Papa liest vor!“ wird bislang in Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin umgesetzt, startet Anfang April in Bayern und wird sukzessive bundesweit umgesetzt. Rund 800 Unternehmen mit ca. 2,5 Millionen Mitarbeitern nehmen bereits teil.

Quelle: Stiftung Lesen vom 31.03.2014

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