Förderung der Erziehung in der Familie / Digitalisierung und Medien

Leseförderung beginnt in der Familie: Alltagsintegrierte Anreize für das Lesen und Vorlesen setzen

Eltern schauen sich mit ihrer kleinen Tochter ein Kinderbuch an
Bild: © Anja Greiner Adam - fotolia.com

Ein Kernanliegen der Stiftung Lesen ist, im Alltag Anreize für das Lesen und Vorlesen zu setzen. Zahlreiche Kooperationen der Stiftung sind darauf ausgerichtet, dass Lesen Teil jeder Kindheit und Jugend wird. So erhalten beispielsweise alle rund 800.000 Erstklässler im Rahmen von „Lesestart“ zur Einschulung ein Buch. Gerade Kinder aus bildungsfernen Haushalten profitieren in besonderem Maß, wenn ihnen regelmäßig vorgelesen wird, Buchgeschenke können hier ein guter Impuls sein.

Studien zur Mediennutzung zeigen: Nie wurde so viel gelesen wie heute, trotz eines Rückgangs der Buchlektüre. Dennoch stagnieren die Leseleistungen von Grundschülern in Deutschland seit 2001, während sie sich in vielen anderen Ländern verbessert haben. Jeder fünfte Viertklässler erreicht hierzulande kein ausreichendes Niveau. Laut der IGLU-Studie 2016 sind für die Entwicklung von Lesekompetenz die Erfahrungen entscheidend, die Kinder in der Familie machen. Gerade Kinder aus bildungsfernen Haushalten profitieren in besonderem Maß, wenn ihnen regelmäßig vorgelesen wird. Ein nachweislich wirksamer Impuls sind Buchgeschenke, wie die Vorlesestudie 2017 zeigt.

Buchgeschenke als Vorleseanreiz

„Wir müssen das Lesen und Vorlesen vom Sockel holen und in alle Familien bringen“, so Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Viele Unternehmen in Deutschland beschenken ihre Mitarbeiter, wenn sie Eltern werden. Wenn sie einen wirklich positiven Impuls für das Kind setzen wollen, überreichen sie zusätzlich ein Buch. Am besten sollten das auch Jobcenter tun. Hervorragende Titel für Kinder unter 3 Jahren sind bereits für weniger als 10 Euro erhältlich.“

Später spielen Grundschulen die wichtigste Rolle für die Leseförderung. Deshalb begrüßt die Stiftung Lesen die „Hamburger Erklärung“ der Autorin und Lesebotschafterin Kirsten Boie vom 15. August, die Leseförderung dort zu stärken. Nachhaltige Verbesserungen für alle Kinder sind aber nur im Verbund der staatlichen Stellen und gesellschaftlichen Kräfte zu erreichen, die junge Familien früh unterstützen.

Alltagsintegrierte Anreize für das Lesen und Vorlesen zu setzen, ist ein Kernanliegen der Stiftung Lesen. Sie kooperiert schon jetzt mit zahlreichen Partnern, damit Lesen Teil jeder Kindheit und Jugend wird. So erhalten alle rund 800.000 Erstklässler im Rahmen von „Lesestart“ zur Einschulung ein Buch; das Programm wird vom Bundesbildungsministerium finanziert. Mehr als eine Million Viert- und Fünftklässler lösen jedes Jahr rund um den Welttag des Buches einen Gutschein für ihr Exemplar eines eigens verfassten und produzierten Titels in lokalen Buchhandlungen ein, eine Kooperation mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels, der Deutschen Post DHL, dem cbj Verlag und dem ZDF. Seit 2012 sind Kinderbücher Teil des „Happy Meals“ von McDonald’s – bisher wurden dort deutschlandweit mehr als 40 Millionen Exemplare ausgegeben.

Welche Bedeutung das frühe und fortgesetzte Vorlesen für Kinder im Grundschulalter hat, ist auch Thema der Vorlesestudie 2018, die am 29. Oktober veröffentlicht wird.

Bundesweiter Vorlesetag am 16. November

Bürgerinnen und Bürger, Kitas und Schulen sowie Unternehmen und andere Organisationen, die sich für die Leseförderung engagieren möchten, sind zur Teilnahme am Bundesweiten Vorlesetag am 16. November 2018 aufgerufen. Weitere Informationen sind auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe zu finden.

Quelle: Stiftung Lesen vom 19.09.2018

Info-Pool