Förderung der Erziehung in der Familie / Qualifizierung

Geflüchtete Familien unterstützen – Trainerausbildung für Familienprogramm in Hessen

Vater und Mutter kuscheln mit ihrem Sohn
Bild: © Michael Zhang - Fotolia.com

Das Programm „Als Familie sind wir stark!“ des Lernmobil Viernheim e.V. und der hessenstiftung – familie hat zukunft soll Hilfestellung und Informationen für geflüchtete Familien bieten, damit diese ein selbstbestimmtes Leben führen können. Nun wurden sechs Trainerinnen und Trainer mit interkultureller Kompetenz qualifiziert, die Kurse vor Ort durchführen werden.

Der Verein Lernmobil Viernheim und die hessenstiftung – familie hat zukunft stellten am 2. Februar die Trainerinnen und Trainer vor, die das neue Programm für geflüchtete Familien „Als Familie sind wir stark!“ begleiten. Kurse sind bereits in Viernheim, Lampertheim und Bürstadt angelaufen. Die Kurse werden von speziell für dieses Programm ausgebildeten Trainerinnen und Trainern durchgeführt. Diese verfügen selbst über interkulturelle Erfahrungen, und können dieses Wissen aus dem Familienkontext einbringen. Reflexion und Empowerment gehen so Hand in Hand, wie die Leiterin des Vereins Lernmobil Viernheim, Brigitta Eckert betont.

Kulturelle Identitäten achten, Normen und Werte der Aufnahmegesellschaft aufzeigen

Der Koordinator des Programmes Muzaffer Karagöz sieht die Herausforderung darin, die kulturellen Identitäten der zugewanderten Menschen zu achten und zugleich die Werte und Normen der Aufnahmegesellschaft aufzuzeigen. Deswegen liegt ein Schwerpunkt der Trainerausbildung, die Cathrin Brinzing über fünf eintägige Module leitet, in der Anleitung zur Biografiearbeit und zur Reflexion. Brinzing sagte dazu: „Eine ressourcenorientierte Pädagogik setzt auf die Kompetenzen, die Eltern gerade vor ihrem Fluchthintergrund mitbringen. In der Trainerausbildung geht es um die wertschätzende Grundhaltung gegenüber Eltern als wichtigen Lernbegleitern ihrer Kinder.“ So lernen die Trainerinnen und Trainer aktives Zuhören, über Geschichte erzählen und Spielansätze, die lebendig in die Kurse eingehen.

Die Trainerinnen und Trainer stellen sich vor

Zur bunten Truppe der sechs Ausbildenden zählen Nadine Andolfatto, Siham Atris, Dietmar Haller, Muzaffer Karagöz, Hawa Nur und Antoaneta Peeva.

Nadine Andolfatto ist Sozialpädagogin an einer Grundschule in Lampertheim in der Schülerbetreuung des Vereins Lernmobil. Da es dort immer mehr Familien sind, die geflüchtet sind, möchte sie speziell diese Thematik mehr vertiefen, um ein noch besseres Gefühl für diese Menschen zu bekommen. Zudem möchte sie ihnen die Möglichkeit geben, dass sie sich mit ihren Sorgen und Fragen im Familienseminar an uns wenden können.

Siham Atris kommt ursprünglich aus dem Libanon. Sie hat mit ihrem Mann fünf Kinder in Deutschland großgezogen. Sie hat deshalb viel Lebenserfahrung zum Thema Familie. Sie weiß, wie es ist, wenn man in Deutschland viele Fragen zu allen möglichen Themen hat. Sie möchte helfen, viele dieser Fragen zu beantworten. Deshalb hat sie bereits die Ausbildung zur interkulturellen Vermittlerin beim Verein Lernmobil absolviert und ist als Lotsin in der Begleitung von Flüchtlingsfamilien unentwegt unterwegs.

Dietmar Haller ist Kommissar im Ruhestand. In seiner aktiven Zeit war er Dialogbeauftragter der Polizei in Worms für die muslimischen Gemeinden und interkultureller Ansprechpartner. Neben diesen vielfältigen Erfahrungen, möchte er auch seine persönlichen Einsichten als Vater eines Sohnes und einer Pflegetochter weitergeben. Sein Wissen darüber, wie schwer Erziehung sein kann und wie schwer es ist, sich in einer vollkommen anderen Kultur zurechtzufinden, erlaubt es ihm, den Menschen, die aus welchem Grund sie auch immer hierhergekommen sind, Hilfestellung zu geben, sich in dieser Welt als Eltern und Erziehende zurechtzufinden.

Hawa Nur aus Lampertheim lebt seit 29 Jahren in Deutschland, stammt ursprünglich aus Somalia. Ihr macht es Freude, mit vielen Menschen aus verschiedenen Kulturen zu arbeiten, und dafür zu sorgen, dass sie sich in ihrer neuen Heimat wohlfühlen und zurechtkommen, vor allem mit ihren Kindern. Deshalb hat sich Frau Nur auch zur Integrationslotsin ausbilden lassen und ist im interkulturellen Büro der Stadt Bürstadt als Vermittlerin tätig.

Antoaneta Peeva begleitet auch seit geraumer Zeit als Integrationslotsin Menschen mit unterschiedlichen Problemlagen in Viernheim. Sie arbeitete mehr als zwanzig Jahre in Bulgarien als Lehrerin und möchte ihr Wissen aus dem Bildungsbereich an Familien weitergeben. Sie hat einen erwachsenen Sohn und kann somit sowohl aus dem beruflichen wie dem privaten Kontext auf Lebenserfahrungen und Erkenntnisse zurückgreifen.

Quelle: hessenstiftung - familie hat zukunft vom 02.02.2019

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