Förderung der Erziehung in der Familie / Kindertagesbetreuung

Familienförderung: Sellering lobt Fortschritte in Mecklenburg-Vorpommern und kritisiert den Bund

Als einen Akt sozialer Gerechtigkeit hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering bezeichnet, Kindern einen "liebevollen und unterstützenden Start ins Leben" zu ermöglichen. "Nur so können sie zu selbstständigen Persönlichkeiten heranreifen", sagte Sellering in der Aktuellen Stunde des Landtags. "Gute Bildung und gute Erziehung sind der Schlüssel, damit Kinder zu Leistungsträgern der Gesellschaft heranwachsen", sagte Sellering. Hierfür den politischen Rahmen zu schaffen, liege ihm persönlich sehr am Herzen.

Mecklenburg-Vorpommern sei in den vergangenen 20 Jahren deutlich voran gekommen, sagte Sellering. Die Menschen hätten die Umwälzung ihrer Lebensverhältnisse nach dem Mauerfall bewältigt, was eine großartige Leistung sei, auf die sie stolz sein könnten. Aber die gesellschaftlichen Bedingungen für Familien hätten sich stark verändert, so Sellering. "In manchem Haushalt fehlt das Geld, um Kindern die Teilnahme an der Klassenfahrt oder die Mitgliedschaft in einem Verein zu ermöglichen - hier müssen wir helfen."

Auf dem Weg zum Kinderland sei Mecklenburg-Vorpommern ein gutes Stück vorangekommen, sagte Ministerpräsident Sellering. "Wir haben viele Krippen und Kitas saniert, gleichzeitig haben wir das Angebot bei Kinderbetreuung und frühkindlicher Bildung kontinuierlich verbessert." Sellering stellte besonders die Novellierung des Kindertagesförderungsgesetzes heraus, das "an die aktuellen Herausforderungen angepasst" worden sei. Dass jährlich zusätzlich 22 Millionen Euro fließen, nannte Sellering "sehr gut investiertes Geld".

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident forderte in diesem Zusammenhang den Bund auf, die Anstrengungen des Landes stärker als bisher zu unterstützen. Die Kürzungen beim Elterngeld sehe er mit großer Sorge, ebenso "die Neuordnung von Hartz IV, so wie sie jetzt auf dem Tisch liegt". Sellering kritisierte vor allem das vorgesehene "Bildungspaket", das wohl kaum einer Überprüfung durch das Verfassungsgericht stand halte.

Ministerpräsident Sellering zitierte eine Umfrage, deren Ergebnisse die Landesregierung am Dienstag veröffentlicht hat. Demnach bleibt es für fast zwei Drittel der Bürger eine wichtige Aufgabe, noch mehr für Kinder und Familien im Land zu tun. "Lassen Sie uns daran in Schwerin und in Berlin gemeinsam arbeiten", forderte Sellering.

Quelle: Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern