Förderung der Erziehung in der Familie

Familien stärken in der Kita - Modellprojekt für ein Familienzentrum in Neumünster

„Es wird heutzutage immer schwieriger für Familien, Kinder zu haben und großzuziehen“, sagt Walburga Lutz, Leiterin des St. Elisabeth-Hauses in Neumünster, katholische Kindertageseinrichtung seit 1906. „Wir möchten die Familien in ihrer großen gesellschaftlichen Aufgabe unterstützen und eine Betreuung nach den Bedürfnissen von Familie und Beruf anbieten.“

Im Sommer letzten Jahres wurde das St. Elisabeth-Haus zusammen mit drei weiteren Kitas von der Stadt Neumünster für das zweijährige Modellprojekt „Familienzentrum“ ausgewählt. Familienzentren sind Häuser für Kinder und deren Eltern, die vielfältige Maßnahmen zur Unterstützung aller Familien bieten, wie Beratung, Bildung, Information und Hilfen in verschiedenen Lebensphasen und Problemlagen.

Mit wissenschaftlicher Begleitung erarbeiten die vier Kitas entsprechende Angebote für und mit Familien. Das beginnt im St. Elisabeth-Haus schon bei den Äffnungszeiten. Viele Familien können heute von einem Verdienst kaum leben und benötigen während ihrer Berufstätigkeit flexible Betreuungszeiten für ihr Kind. Die Kita hat montags bis freitags von 6.00 - 17.30 Uhr geöffnet. Darüber hinaus wird eine Kooperation mit den Tagesmüttern in der Umgebung angestrebt, so dass auch zu anderen Zeiten, zum Beispiel bei Schichtdiensten oder Erkrankung der Eltern, Unterstützung angeboten werden kann.

Das St. Elisabeth-Haus liegt am Rand eines sozialen Brennpunktes und betreut zurzeit 153 Kinder. Ausgehend von den Entwicklungsgesprächen mit den Eltern jedes Kindes, die regelmäßig zweimal im Jahr geführt werden, ermitteln die Erzieher den individuellen Bedarf der Familien. Im Rahmen des Modellprojektes können jetzt weitere Gesprächstermine angeboten werden, die bei den Eltern auf großes Interesse stoßen. „Dadurch ist viel gegenseitiges Vertrauen gewachsen“, sagt Erzieherin Lucia Schafer . „Besonders die kleinen Videodokumentationen sind bei Eltern sehr beliebt. Sie schauen mit Spannung: Was macht mein Kind denn da!? Und der anschließende Austausch im Gespräch wird zu einer guten Beratung.“ Die Vermittlung von weitergehenden Beratungsangeboten für Familien und das Knüpfen von entsprechenden Netzwerken in fußläufiger Erreichbarkeit ist eine der wichtigsten Säulen des Familienzentrums St. Elisabeth-Haus. Auch die Kooperation mit Kinderärzten, Schuldnerberatung, Familienbildungsstätte und Ämterlotsen gehören dazu.

Ein Kochkurs ist geplant, bei dem Eltern gemeinsam mit Erziehern, Köchin und Ernährungsberaterin im St. Elisabeth-Haus kochen, essen und sich über Tischgebete, Gemeinschaft und Sitten bei uns und in anderen Kulturen austauschen können. Neben Betreuung, Beratung und Bildung sind regelmäßige Angebote zum Austausch für Eltern wichtig. So konnte Ende Mai das „Dienstagscaf√©“ für Eltern, Nachbarn, Freunde und eingeladene Fachkräfte eröffnet werden. Dieser Treffpunkt ermöglicht nebenbei eine Mutter-Kind-Spielgruppe, bei der Kontakte geknüpft werden. „Man bekommt Tipps, welcher Kinderarzt gut ist, oder was ich bei Erkrankungen meines Kindes tun kann“, sagt eine Mutter. Frau F. lächelt zurückhaltend: „Ich kann üben deutsch sprechen. Zu Hause bin ich mit mein Kind immer alleine.“

In Planung ist auch ein „Runder Tisch Netzwerk Seelsorge“. „Ziel ist es, wichtige Kooperationspartner zur Weiterentwicklung des Familienzentrums zu finden“, so die Leiterin Walburga Lutz. „Wir möchten herausfinden, welche Ressourcen und Interessen vor allem im katholischen Umfeld vorhanden sind, um ein Familiennetzwerk zu bilden.“ Eingeladen werden zum Beispiel der Pfarrer, Mitarbeiter des Caritashauses, Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Gemeindereferentin, Krankenhausseelsorgerin, Sozialdienst katholischer Frauen und Migrationsberatung .

Kontakt:

Kath. Kindertagesstätte St. Elisabeth-Haus
Telefon 04321 / 13632
st.elisabeth-haus@DontReadMearcor.de
www.elisabeth-kita.de

Quelle: Caritasverband für Schleswig-Holstein e.V.

 

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