Förderung der Erziehung in der Familie

Eltern stärken – Kinder bilden: Projekt zur Stärkung der Chancengerechtigkeit gestartet

Bild: buddY e. V.

Seit zwei Jahren laufen die Vorbereitungen, jetzt ist es endlich so weit: Das familY-Programm startet mit der Ausbildung der "familY-Begleiter". Ab Februar 2012 sollen diese "Elterntrainer" sozio-ökonomisch benachteiligte Familien darin bestärken, ihre Kinder aktiv beim Lernen zu unterstützen. So sollen die Lernausgangsbedingungen in den betroffenen Familien verbessert und langfristig die Chancengleichheit in Deutschland gestärkt werden.

Das familY-Programm beruht auf einem Gutachten über die „Bedeutung der Familie für den Bildungserfolg“ von Prof. Dr. Anne Sliwka, Prorektorin für Forschung, Internationalität und Diversität der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, und Susanne Frank. "Lernmotivation ist eine Grundvoraussetzung für den Bildungserwerb", erklärt Sliwka. "Und die Eltern können die Motivation der Kinder durch ihr eigenes Verhalten sowie durch ihren Erziehungsstil direkt positiv beeinflussen", so die Prorektorin weiter.

Aus diesem Gedanken heraus ist das familY-Programm entstanden, das präventiv angelegt ist und das Ziel hat, die Lernausgangsbedingungen in den Familien zu verbessern und langfristig die Chancengleichheit in Deutschland zu stärken. Dabei versteht es sich als ein so genanntes "Elternqualifizierungsprogramm", für dessen Entwicklung und Durchführung der buddY e.V. verantwortlich ist. Gefördert wird die wissenschaftliche Evaluation mit je 190.000 Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung: Die PH Heidelberg übernimmt dabei die wissenschaftliche Begleitung des laufenden Prozesses, während die Universität Bielefeld für die Wirkungsevaluation zuständig ist. "Es freut mich, dass wir mit Prof. Dr. Elke Wild von der Universität Bielefeld eine der renommiertesten Wissenschaftlerinnen in Deutschland im Bereich 'Unterstützungsstrategien von Eltern beim Lernen ihrer Kinder' als Partner gewinnen konnten", freut sich Sliwka.

familY richtet sich insbesondere an sozial und ökonomisch benachteiligte Familien, deren Kinder sich im Übergang von der Kita in die Grundschule befinden. "Seit November 2011 bilden wir nun die Elterntrainer, genannt 'familY-Begleiter', in den drei Projektkommunen Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, Düsseldorf und Lippe aus", berichtet Susanne Frank, die die Projektleitung für die formative Evaluation an der PH Heidelberg übernommen hat. Die "familY-Begleiter" haben die Aufgabe, sogenannte "Elterngruppentreffen" durchzuführen sowie zu moderieren und verfügen über einen pädagogischen Hintergrund bzw. über Erfahrung in der Leitung von Elterngruppen. Elf dieser Treffen sind zwischen Februar und November 2012 geplant. Die Eltern erfahren dabei unter anderem, mit welchen Methoden selbst der Alltag als Lernsituation genutzt werden kann oder wie sie die Interessen ihres Kindes fördern und es unterstützen können.

"Wir als wissenschaftlicher Begleiter versprechen uns von dem Vorhaben Erkenntnisse darüber, ob das Programm überhaupt bei den Eltern ankommt, ob es ihren Bedürfnissen entspricht. Und letztendlich wollen wir natürlich wissen, ob es überhaupt Wirkung zeigt", erklärt Frank. Die Forscher wollen außerdem Fragen zu den Voraussetzungen und Barrieren eines deutschlandweiten Einsatzes des familY-Programms untersuchen. Prorektorin Sliwka hofft abschließend, "dass dieses präventiv angelegte Programm eines Tages bundesweit zum Einsatz kommt, um Familien in ganz Deutschland bei der Zukunftsgestaltung ihrer Kinder positiv unterstützen zu können."

Quelle: Pädagogische Hochschule Heidelberg

Info-Pool