Förderung der Erziehung in der Familie / Gesundheit

Drogenbeauftragte: Verlässliche Ansprechpartner für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Eine Schwester umarmt ihren kleineren Bruder, der traurig schaut
Bild: Annie Spratt - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Jedes fünfte Kind in Deutschland verbringt seinen Alltag in einem suchtbelasteten Familienumfeld. Darauf macht die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien aufmerksam. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert eine dauerhafte und stabile Finanzierungsbasis für bereits bestehende Angebote der Sucht- und Jugendhilfe sowie die Umsetzung weiterer Maßnahmen.

In Deutschland leben ca. drei Millionen Kinder mit mindestens einem suchtbelasteten Elternteil. Jedes fünfte Kind verbringt seinen Alltag in einem suchtbelasteten Familienumfeld. Im Rahmen der Aktionswoche vom 9. bis 15. Februar 2020 machen Nacoa Deutschland, die Interessenvertretung für Kinder aus suchtbelasteten Familien und die Initiative Sucht- und Wendepunkt durch bundesweite Aktionen auf diese Kinder und ihre Schicksale aufmerksam.

Sucht im Elternhaus ist eine existentielle Belastung

Dazu die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig MdB: „Die Sucht im Elternhaus ist für viele Kinder eine existenzielle Belastung: Dauerstress, Verunsicherung und Scham bestimmen ihren Alltag. All das bleibt nicht ohne Folgen. Zwei von drei Kindern aus suchtbelasteten Familien werden später selbst suchtkrank oder leiden unter anderen psychischen Erkrankungen. Das gilt es unbedingt zu verhindern! Mit den Empfehlungen der Bundesregierung eingesetzten Arbeitsgruppe „Hilfen für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern“ liegt endlich eine Blaupause vor, was Politik und Gesellschaft tun können, um die Situation der Betroffenen zu verbessern. Jetzt müssen diese Empfehlungen möglichst schnell in der Praxis umgesetzt werden, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird!“  

Stabile Finanzierungsbasis für Angebote der Sucht- oder Jugendhilfe

Als ersten wichtigen Schritt sollten die die Gruppenangebote für Kinder aus Suchtfamilien, die es bei der Sucht- oder Jugendhilfe schon gibt, eine dauerhafte, stabile Finanzierungsbasis bekommen.  Dies ist in erster Linie eine Aufgabe für Kommunen. Passgenaue Gruppenangebote sollten außerdem ein fester Bestandteil der Präventionsmaßnahmen der gesetzlichen Krankenversicherungen werden.  

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden sich außerdem unter: www.drogenbeauftragte.de

Quelle: Drogenbeauftragte der Bundesregierung vom 10.02.2020

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