Förderung der Erziehung in der Familie / Coronavirus

„Corona-Ferien“ – Tipps für Eltern zur Nutzung digitaler Medien

Zwei kleine Kinder sitzen mit einem Tablet auf dem Sofa
Bild: Jelleke Vanooteghem - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Viele Eltern stehen vor dem gleichen Problem: Ihre Kinder müssen zuhause beschäftigt werden. Tablet und Smartphone mit Angeboten für Kinder bieten Eltern einen Ausweg aus dem Dilemma. Zugleich reagieren die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender auf den Betreuungsbedarf mit erweitertem Kinderprogramm. Und doch wirft der Griff zu Fernbedienung oder Spiele-App bei vielen Müttern und Vätern Fragen auf: Wie oft, wie lange und mit welchen Inhalten sollten die Kids digitale Medien nutzen? Das Berliner Team des Forschungs- und Praxisprojektes „Medienerziehung im Dialog von Kita und Familie“ der Stiftung Digitale Chancen und der Stiftung Ravensburger Verlag gibt praktische Empfehlungen, wie Familien gut durch die Corona-Zeit kommen – mit und ohne Medien.

Tablet, Smartphone und TV sinnvoll in den Familienalltag integrieren

Praktische Empfehlungen

  1. Vereinbaren Sie Regeln. Diese können durchaus von Ihrem üblichen Mediennutzungsverhalten abweichen – erläutern Sie Ihren Kindern die Ausnahmen. Schließen Sie gemeinsam einen „Mediennutzungsvertrag“ für die Zeit der Schul- und Kitaschließung. Siehe unter www.mediennutzungsvertrag.de.
  2. Beachten Sie, was Ihr Kind schaut oder spielt. Vereinbaren Sie, welche Inhalte okay sind.
  3. Seien Sie ein gutes Vorbild. Im Homeoffice sind auch die Erwachsenen permanent am Laptop oder Smartphone. Erklären Sie Ihrem Kind, für welche Arbeitsgänge Sie die Geräte verwenden, und dass Sie keineswegs den ganzen Tag mit Computerspielen verbringen. Da Kinder digitale Medien meist zur Unterhaltung nutzen, müssen sie andere Zwecke erst kennen lernen.
  4. Machen Sie gemeinsame Pausen. Eine Runde UNO oder Mikado ist eine gute Möglichkeit, produktive Arbeitspausen einzulegen. Kennen Sie die „Pomodoro-Technik“? Sie empfiehlt, die Arbeit in kurze Zeitintervalle zu unterteilen und regelmäßig digitale Pausen einzulegen.
  5. Hinterfragen Sie ihr eigenes Medienverhalten. Ist der ständige Blick aufs Smartphone nötig oder nur eine lästige Angewohnheit? Konzentrieren Sie sich auf die notwendigen Aufgaben.
  6.  Suchen Sie gute Kinder-Apps. Hierbei hilft die Datenbank „Apps für Kinder" des Deutschen Jugendinstituts mit nützlichen Bewertungen.
  7. Schaffen Sie einen Ausgleich. Gehen Sie möglichst mit Ihren Kindern an die frische Luft und bewegen Sie sich. Seien Sie Ihrem Kind mit gesundem Mediennutzungsverhalten ein Vorbild!

Forschungsprojekt Medienerziehung im Dialog von Kita und Familie

Der gemeinsamen medienerzieherischen Begleitung von Kita-Kindern durch Erzieher(innen) und Eltern widmet sich das vier Jahre laufende Berliner Forschungs- und Praxisprojekt „Medienerziehung im Dialog von Kita und Familie“, eine Kooperation der Stiftung Digitale Chancen mit der Stiftung Ravensburger Verlag, die es mit 450.000 Euro fördert.

Zum Hintergrund: Digitale Medien im Kinderzimmer

Digitale Medien sind aus Kinderzimmern und Kitas nicht mehr wegzudenken. Die meisten Kinder nutzen bereits in frühem Alter ein Tablet; der Fernseher spielt in ihrem Alltag eine wichtige Rolle. Ihre Lieblingsfiguren aus der digitalen Welt prägen auch ihr analoges Kinderleben: In der Kita sind Spiderman-T-Shirts und Eiskönigin-Brotdosen allgegenwärtig.

Quelle: Stiftung Ravensburger Verlag vom 18.03.2020

Info-Pool