Förderung der Erziehung in der Familie

Bayerns Familienministerin Haderthauer: "Scheidungskinder dürfen nicht unter die Räder kommen"

Ein Mädchen steht unglücklich zwischen den streitenden Eltern
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Bayerns Familienministerin Haderthauer unterstützt ausdrücklich die Zusammenarbeit von Familiengericht, Jugendamt und Erziehungsberatungsstellen, um Scheidungskinder besser zu begleiten.

"Es ist mir ein großes Anliegen, dass Kinder in Trennungs- und Scheidungssituationen nicht unter die Räder geraten. Wenn sich Eltern scheiden lassen, bindet dieser Konflikt viel Energie der Eltern. Dabei brauchen Kinder gerade in dieser schwierigen emotionalen Phase die Zuwendung ihrer Eltern. Eltern sind hier aber oftmals überfordert und benötigen selbst Unterstützung. Hilfe - auch im Vorfeld von Trennung und Scheidung - bieten in Bayern die rund 180 flächendeckend vorhandenen Erziehungsberatungsstellen, die wir mit jährlich 7,4 Millionen Euro fördern. Dort stehen speziell geschulte Erziehungsberaterinnen und -berater Eltern mit Rat und Tat zur Seite und helfen, dass Kinder nicht zu Leittragenden der Trennung werden. Eine zentrale Rolle kommt hier aber auch den Richterinnen und Richtern der Familiengerichte sowie den Fach- und Führungskräften in Jugendämtern zu, die in enger Zusammenarbeit mit den Erziehungsberatungsstellen alles daran setzen müssen, dass Eltern die mit der Trennung verbundenen emotionalen Belastungen überwinden und ihre elterliche Erziehungsverantwortung wahrnehmen können. Mein Ziel ist es diese Zusammenarbeit noch weiter zu stärken", so Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer anlässlich der heutigen Fachtagung: Kooperation von Familiengericht, Jugendamt und Erziehungsberatungsstellen in Augsburg.

"Die Schnittstelle von Jugendamt und Familiengericht ist von ganz zentraler Bedeutung für das Kindeswohl. Beide bilden eine Verantwortungsgemeinschaft für das Kind. Dementsprechend habe ich diese Kooperation auch als eigenen Punkt in die Ausbildung unserer Familienrichterinnen und Familienrichter aufnehmen lassen. Familiengericht und Jugendamt wirken zusammen, um Gefährdungen für Kinder und Jugendliche abzuwehren, was gerade etwa in der Situation einer Scheidung besonders wichtig ist", erklärte Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk anlässlich der Fachtagung.

Bei der Fachtagung Kooperation von Familiengericht, Jugendamt und Erziehungsberatungsstellen geht es um die Frage, wie diese Stellen künftig noch besser zusammenarbeiten können. Von den im Jahr 2010 geschiedenen 26.807 Ehen in Bayern, waren 20.562 minderjährige Kinder betroffen. Bei den Erziehungsberatungsstellen wurden bereits 130 Fachkräfte im Rahmen des von Frau Prof. Dr. Walper entwickelten Programms "Kinder im Blick" fortgebildet. Dieses bundesweit einzigartige Programm, das vom Bayerischen Sozialministerium mit 100.000 Euro unterstützt wird, gehört bereits zum Angebot jeder dritten Erziehungsberatungsstelle.

Weitere Informationen zu den Erziehungsberatungsstellen in Bayern unter: www.zukunftsministerium.bayern.de/jugend/erzberat/index.php

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen vom 11.07.2012