EU-Jugendstrategie

Jung und wählerisch!? Ergebnisse der Konsultation zur Jugendbeteiligung an Wahlen

Bild: photocrew | fotolia.com

An der Frage, wie mehr Jugendliche dazu motiviert werden können wählen zu gehen, kommt man beim Thema „Beteiligung junger Menschen“ nicht vorbei. In den vergangenen Monaten waren deshalb Jugendliche und Jugendgruppen in ganz Europa aufgefordert, ihre Meinung und Erfahrungen zum Thema „Jugendbeteiligung an Wahlen“ einzubringen. Jetzt liegen die Konsultationsergebnisse aus Deutschland vor und sie zeigen: Wer mehr junge Menschen an die Wahlurne bringen will, sollte an vielen Stellschrauben drehen.

Die Ergebnisse in Kürze
Mehr Klarheit, Transparenz und Offenheit von Politikern/-innen und Parteien würden nach Ansicht der Konsultationsteilnehmer/-innen mehr junge Menschen dazu motivieren, sich an Wahlen zu beteiligen. Politikern/-innen und Parteien müssten junge Menschen ernster nehmen, indem sie zum Beispiel Forderungen von Kindern und Jugendlichen in ihre Wahlprogramme aufnähmen. Wichtig sei auch, dass Jugendliche im Vorfeld von Wahlen besser informiert würden – und zwar mit speziell auf sie zugeschnittene Informationsmaterialien und -veranstaltungen.

„Das Wahlalter zu senken, ohne politische Bildungsaspekte parallel zu verbessern, ist Quatsch.“ Eine Senkung des Wahlalters ohne gleichzeitig Rahmenbedingungen wie Vorbereitungs- und Informationsangebote anzupassen, wird nicht als Lösung für eine höhere Wahlbeteiligung junger Menschen gesehen. Unter den Konsultationsteilnehmern/-innen gab es keine eindeutige Meinung dazu, ab welchem Alter junge Menschen an Wahlen teilnehmen dürfen sollten.

Am besten könnte eine breitere Debatte über die Senkung des Wahlalters angestoßen werden, wenn Jugendliche selbst auf die Verantwortlichen zugehen und ihre Forderungen einbringen. Dabei sollte auch auf bereits vorhandene Rechtsgrundlagen hingewiesen werden, die noch nicht konsequent umgesetzt würden. 

Um mehr Jugendliche in gesellschaftliche Entscheidungen einzubeziehen, müssten Politiker/-innen und andere politisch Verantwortliche nach Ansicht der Konsultationsteilnehmer/-innen ihr Auftreten gegenüber Jugendlichen ändern. Darüber hinaus bräuchte es eine bessere politische Bildung sowie mehr Beteiligungsangebote, damit Kinder und Jugendliche überhaupt ein Interesse für Politik und Mitbestimmung entwickelten. 

›››  Die Zusammenfassung der Konsultationsergebnisse zum Download
 
Das Ergebnis der Online-Abstimmung
In einer zweiten Konsultationsphase hatten die Konsultationsteilnehmer/-innen erstmals die Möglichkeit, mittels einer Online-Abstimmung die gesammelten Beiträge zu bewerten. Diese Bewertungen bildeten die Grundlage für die Zusammenfassung.

››› Das Ergebnis der Online-Abstimmung
››› Alle Beiträge der Konsultationsteilnehmer/-innen

Was mit den Konsultationsergebnissen passiert
Die Ergebnisse der deutschen Konsultation wurden von der Koordinierungsstelle bereits nach Brüssel und Kopenhagen weitergeleitet, wo sie zusammen mit den Konsultationsergebnissen aus den anderen 26 EU-Ländern für die EU-Jugendkonferenz im März in dänischen Sorø aufbereitet werden. Dort werden Jugendvertreter/-innen und Vertreter/-innen der Jugendministerien aller EU-Länder zusammenkommen und gemeinsam die Punkte herausarbeiten, die für Jugendliche in allen europäischen Ländern wichtig sind. Die Ergebnisse von 27 Konsultationen werden zu einem Papier, den sogenannten gemeinsamen Empfehlungen, zusammengefasst.

Mit den gemeinsamen Empfehlungen werden sich anschließend die EU-Jugendminister/-innen bei ihrer Tagung im Mai befassen. Darüber hinaus gehen die Ergebnisse als Empfehlungen an die EU-Kommission und die Regierungen der Mitgliedstaaten mit dem Auftrag, sie bei ihren Aktivitäten zur Förderung der Wahlbeteiligung junger Menschen zu berücksichtigen.

 

Info-Pool

EU-Jugendstrategie: Umsetzung in Deutschland

  • Grundlagen zur EU-Jugendstrategie

    Die Staaten der Europäischen Union haben sich auf das jugendpolitische Ziel verständigt, bis 2018 die Lebenslagen junger Menschen zu verbessern. Dafür sollen mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen in Bildung und Arbeit geschaffen werden. Auch das freiwillige Engagement junger Menschen und ihre soziale Eingliederung junger Menschen soll gestärkt werden.

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  • Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Der Bund und die Länder setzen die EU-Jugendstrategie in Deutschland gemeinsam um. Sowohl der Bund als auch die Länder haben ihre Positionen zur Ausrichtung der jugendpolitischen Zusammenarbeit der EU im Vorfeld eingebracht. Impulse aus der EU-Jugendstrategie sollen als Motor für die Weiterentwicklung und Qualifizierung von Praxis und Politik der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland nutzbar gemacht werden.

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  • Arbeitsprogramm von Bund und Ländern
    Team
    © Woodapple - Fotolia.com

    Es gibt vielfältige Aktivitäten zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland. Bund und Länder setzen eine Reihe von Maßnahmen individuell um, haben sich aber auch eine gemeinsame Agenda gesetzt. Das Arbeitsprogramm der Bund-Länder Arbeitsgruppe zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland für den Zeitraum 2014 – 2018 beschreibt konkrete fachliche Vorhaben. Im Fokus steht dabei, Entscheidungsträger und Fachkräfte der Kinder und Jugendhilfe, insbesondere auf der kommunalen Ebene, zu erreichen.

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  • Mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
    © tbel - Fotolia.com

    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die  Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

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  • Strukturierter Dialog
    Strukturierter Dialog - mitdenken, mitreden, mitbestimmen. Jugend bewegt Politik
    DBJR

    Der Strukturierte Dialog zwischen Jugend und Politik ist das „Jugendbeteiligungsinstrument“ der EU-Jugendstrategie. Er trägt dazu bei, dass die Vorstellungen und Anliegen junger Menschen in der Umsetzung der EU-Jugendstrategie und bei europäischer Politikgestaltung in Brüssel berücksichtigt werden.

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  • Jugendpolitische Zusammenarbeit der EU ab 2019
    Europaflagge vor blauen Himmel
    © moonrun - fotolia.com

    Die Weiterentwicklung der jugendpolitischen Zusammenarbeit steht derzeit auf der jugendpolitischen Agenda der EU und Deutschlands, denn die EU-Jugendstrategie endet mit Ablauf des Jahres 2018. Für die Vorbereitung einer neuen Strategie hatte die EU-Kommission 2017 zum Jahr des „Zuhörens“ erklärt, um breit zu konsultieren. 2018 wird das Jahr der Abstimmung eines neuen Rahmens der jugendpolitischen Zusammenarbeit für die Zeit ab 2019 sein.

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Videos zur EU-Jugendstrategie

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