EU-Jugendstrategie / Kinder- und Jugendpolitik

Ein Europäischer Jugendkoordinator in der neuen EU-Jugendstrategie: Position des European Youth Forum

Puzzleteile
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Der Vorschlag der EU-Kommission, einen European Youth Coordinator für die zukünftige EU-Jugendstrategie einzusetzen, wird vom European Youth Forum begrüßt. Die Sichtweisen von jungen Menschen müssten in alle politischen Ressorts einfließen, betont die europäische Plattform der Jugendvertretungen und Jugendorganisationen. Eine bessere Koordination sei hierfür sinnvoll und notwendig.

Die Sichtweisen von jungen Menschen müssen in alle politischen Ressorts einfließen, junge Menschen müssen ihre Rechte einfordern können, so das European Youth Forum (EYF) in seinem Positionspapier. Die Koordination aller Jugendbelange auf europäischer Ebene stellt eine Möglichkeit dar, das in den Europäischen Verträgen (AEUV, Titel XII, Artikel 165) selbstgesteckte Ziel zu verwirklichen: „Förderung des Ausbaus des Jugendaustauschs und des Austauschs sozialpädagogischer Betreuer und verstärkte Beteiligung der Jugendlichen am demokratischen Leben in Europa“.

Koordination für eine gute Jugendpolitik

Das EYF fordert, die gelernten Lektionen der europäischen Jugendpolitik umzusetzen, wie beispielsweise die Qualitätsstandards für Jugendpolitik (siehe „A Toolkit on Quality Standards for Youth Policy”, European Youth Forum, 2017). Diese Standards definieren eine ressortübergreifende Koordination als unbedingt erforderlich für eine gute Jugendpolitik. Dies gilt somit auch für die vom/von der European Youth Coordinator zu leistenden Koordination der Generaldirektionen der EU-Kommission, wenn es um Jugendfragen geht. Die übergeordnete Aufgabe des/der European Youth Coordinator muss sein, die Gleichstellung und Teilhabe junger Menschen voranzutreiben, indem die Berücksichtigung ihrer Sichtweisen in allen politischen Ressorts und ihrer aktiven Mitarbeit an Gesetzesvorschlägen gestärkt wird.

Strukturen der ressortübergreifenden Zusammenarbeit

Der/die European Youth Coordinator soll auch die Ergebnisse des künftigen EU-Jugenddialogs einbringen und verteidigen, z. B. indem er/sie diese verbreitet und sich intern bei der Europäischen Kommission für den EU-Jugenddialog einsetzt. Konkret sollte die Stelle in der Generaldirektion Bildung. Jugend, Sport und Kultur (DG EAC) der Europäischen Kommission angesiedelt sein. Der/die European Youth Coordinator sollte in dieser neuen Position befugt sein, sich mit anderen Einheiten der Europäischen Kommission in Verbindung zu setzen und fachlich zu koordinieren. Schließlich sollte eine enge Verbindung zu der Arbeit der Interservice Group on Youth und, wie von der EU-Kommision vorgeschlagen, zu der kürzlich vorgeschlagenen Plattform zur EU-Jugendstrategie („EU Youth Strategy Platform“) bestehen.

Die Debatte über die Zukunft der EU-Jugendstrategie, die Zukunft des EU-Programms Erasmus und der Initiative DiscoverEU läuft im Moment auf mehreren Ebenen. Die Weiterentwicklung der relevanten Themen im Bereich von jungen Menschen und Europa kann dabei nicht parallel laufen. Wichtig ist, dass die Beispiele guter Praxis und die bereits erarbeiteten Ergebnisse der EU-Jugendstrategie angewandt werden.

Die ausführliche Position des European Youth Forum zur EU-Jugendstrategie - European Youth Coordinator (PDF, 319 KB) steht als Download zur Verfügung.

Quelle: Jugend für Europa

Info-Pool

EU-Jugendstrategie: Umsetzung in Deutschland

  • Grundlagen zur EU-Jugendstrategie

    Die Staaten der Europäischen Union haben sich auf das jugendpolitische Ziel verständigt, bis 2018 die Lebenslagen junger Menschen zu verbessern. Dafür sollen mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen in Bildung und Arbeit geschaffen werden. Auch das freiwillige Engagement junger Menschen und ihre soziale Eingliederung junger Menschen soll gestärkt werden.

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  • Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland
    Wehende Deutschlandfahne vor blauem Himmel
    mwillms - flickr.com

    Der Bund und die Länder setzen die EU-Jugendstrategie in Deutschland gemeinsam um. Sowohl der Bund als auch die Länder haben ihre Positionen zur Ausrichtung der jugendpolitischen Zusammenarbeit der EU im Vorfeld eingebracht. Impulse aus der EU-Jugendstrategie sollen als Motor für die Weiterentwicklung und Qualifizierung von Praxis und Politik der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland nutzbar gemacht werden.

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  • Arbeitsprogramm von Bund und Ländern
    Team
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    Es gibt vielfältige Aktivitäten zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland. Bund und Länder setzen eine Reihe von Maßnahmen individuell um, haben sich aber auch eine gemeinsame Agenda gesetzt. Das Arbeitsprogramm der Bund-Länder Arbeitsgruppe zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland für den Zeitraum 2014 – 2018 beschreibt konkrete fachliche Vorhaben. Im Fokus steht dabei, Entscheidungsträger und Fachkräfte der Kinder und Jugendhilfe, insbesondere auf der kommunalen Ebene, zu erreichen.

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  • Mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe
    fünf Hände formen einen Stern
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    Eine der vorrangigen Zielsetzungen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland ist es, mehr Europa in die Kinder- und Jugendhilfe zu bringen. Mehr Europa bedeutet, die alltägliche Arbeit in den Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe europäisch zu denken, zu verstehen und auszugestalten. In der Praxis gibt es bereits vielfältige europäische und internationale Projekte sowie transnationale Arbeitsansätze. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine Bereicherung für die  Jugendhilfe darstellt. Der fachliche Mehrwert einer stärkeren europäischen Ausrichtung soll daher kommuniziert und beispielhaft vermittelt werden.

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  • Strukturierter Dialog
    Strukturierter Dialog - mitdenken, mitreden, mitbestimmen. Jugend bewegt Politik
    DBJR

    Der Strukturierte Dialog zwischen Jugend und Politik ist das „Jugendbeteiligungsinstrument“ der EU-Jugendstrategie. Er trägt dazu bei, dass die Vorstellungen und Anliegen junger Menschen in der Umsetzung der EU-Jugendstrategie und bei europäischer Politikgestaltung in Brüssel berücksichtigt werden.

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  • Jugendpolitische Zusammenarbeit der EU ab 2019
    Europaflagge vor blauen Himmel
    © moonrun - fotolia.com

    Die Weiterentwicklung der jugendpolitischen Zusammenarbeit steht derzeit auf der jugendpolitischen Agenda der EU und Deutschlands, denn die EU-Jugendstrategie endet mit Ablauf des Jahres 2018. Für die Vorbereitung einer neuen Strategie hatte die EU-Kommission 2017 zum Jahr des „Zuhörens“ erklärt, um breit zu konsultieren. 2018 wird das Jahr der Abstimmung eines neuen Rahmens der jugendpolitischen Zusammenarbeit für die Zeit ab 2019 sein.

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Videos zur EU-Jugendstrategie

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