17. DJHT

Kinder- und Jugendhilfe aus „digitalem Dauerlockdown“ holen

Eine junge Frau sitzt am Schreibtisch und schaut auf einen Bildschirm
Bild: Annie spratt - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Auf dem 17. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) wurde gefordert, dass Jugendämter und Soziale Arbeit zukunftsfest gemacht werden sollen. Die Kinder und Jugendhilfe in Deutschland brauche in den kommenden Jahren eine deutlich bessere digitale Ausstattung.

Die Vorsitzende der der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, Prof. Dr. Karin Böllert, fordert hierzu auf dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) einen „Digital-Pakt Kinder- und Jugendhilfe“ von Bund und Ländern. Die Kinder- und Jugendhilfe müsse aus dem „digitalen Dauerlockdown“ herausgeholt werden.

Die Corona-Pandemie habe die mangelnde Vorbereitung der Kinder- und Jugendhilfe auf die Digitalisierung mehr als deutlich gemacht.

„Wenn die Rufbereitschaft von Jugendämtern nur über Privattelefone garantiert werden kann, wenn Schulsozialarbeiter keine Videosprechstunden machen können, weil ihnen die Computer und Tablets fehlen, und wenn das Homeschooling im Kinderheim ausfällt, weil es kein W-Lan gibt, dann ist das frustrierend“, so Prof. Karin Böller von der Universität Münster.

Hier gäbe es erheblichen Nachholbedarf.

„Und dies betrifft neben einer angemessenen Ausstattung mit Internetverbindungen sowie geeigneter Hard- und Software auch die verstärkte Qualifikation der Fachkräfte in der digitalen Kommunikation.“ Völlig unzureichend sind die digitalen Möglichkeiten einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe. „Wir brauchen dringend eine gute Ausstattung mit barrierefreien Geräten für behinderte junge Menschen“.

In den vergangenen Monaten hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe Außergewöhnliches geleistet, um den Kontakt zur Generation U27 nicht zu verlieren.

Böllert: „Wenn sie das aber nur mit viel Improvisation und ungeheurem privaten Einsatz leisten konnten, weil sie selbst im Job technisch quasi angehängt sind, passt etwas nicht. Wir brauchen bessere technische Rahmenbedingungen für die Fachkräfte: eine digitale Kinder- und Jugendhilfe 4.0.“

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe – AGJ vom 20.05.2021

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