Kinder- und Jugendhilfetag

Fester Platz für Kinder und Jugendliche am Krisentisch

Vier Erwachsene sitzen an einem Tisch und haben bunte Sprechblasen vor sich auf einem Tisch liegen.
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Der 17. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) geht als Branchen-Gipfel der Kinder- und Jugendhilfe jetzt mit einer klaren Botschaft für mehr Beteiligung nach vorne und fordert eine feste Beteiligungsform von Kindern und Jugendlichen in der Krisenbewältigung.

Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) zieht „Corona-Lehre“

DJHT-Chefin Böllert sagte: „Demokratisch klug ist es, wenn die Generation U27 Teil des Krisenmanagements wird“. Im Krisenmanagement sollen immer Kinder mit ins Boot geholt werden: Die Corona-Schutzpolitik betrifft Kinder und Jugendliche enorm. Mitentscheiden durften junge Menschen dabei aber nicht. „Die Politik hat ihr ‚junges Ohr‘ in der Coronapandemie auf taub gestellt“, sagte Prof. Dr. Karin Böllert von der Universität Münster zum Auftakt des Deutschen Kinder- und Jugendhilfetages (DJHT).

Staatliches Krisenmanagement gefordert

Der DJHT geht als Branchengipfel der Kinder- und Jugendhilfe jetzt mit einer klaren Botschaft für mehr Beteiligung nach vorne: „Um künftig Krisen zu bewältigen, muss die Jugend einen festen Platz an jedem Krisentisch haben – und zwar auf allen Ebenen: in den Kommunen, in den Ländern und im Bund“, forderte Böllert. Die DJHT-Chefin appellierte, „ein staatliches Krisenmanagement zu entwickeln, dass Minderjährigen und Heranwachsenden einen gebührenden Einfluss bei einschneidenden Entscheidungen garantiert“.

Die Coronapandemie habe gezeigt, dass es „demokratisch nicht gerade klug“ sei, weitreichende Maßnahmen zur Krisenbewältigung an der Generation der Unter-27-Jährigen vorbei zu treffen. „Immerhin haben die Auswirkungen der Corona-Schutzpolitik Kinder und Jugendliche zum Teil hart getroffen – von Lernverlusten durch Kita- und Schulschließungen im Corona-Lockdown bis zum Wegfall von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen, von sozialen Kontakten, die gekappt wurden, bis zum Wegfall vom ehrenamtlichen Engagement zum Beispiel beim Freiwilligen Sozialen Jahr. Es macht einen großen Unterschied bei der Akzeptanz notwendiger Krisenmaßnahmen, ob es gelingt, eine starke Gruppe Betroffener bei anstehenden Entscheidungen mit einzubinden. Oder ob man ihnen das Gefühl gibt, dass sowieso über ihre Köpfe hinweg entschieden wird“, so Karin Böllert.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe – AGJ vom 18.05.2021

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