Kinder- und Jugendhilfetag

Deutscher Kinderschutzbund bietet umfangreiches Programm an

Auf einer Mauer ist ein Bild von einem traurigen Mädchen
Bild: Mika Baumeister - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) wird auf dem 17. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag mit drei Veranstaltungen bei dem Fachkongress vertreten sein. Neben dem Fachkongress und dem Messestand sind zusätzlich Impulsbeiträge über Zoom geplant.

Der Deutsche Kinderschutzbund DKSB, gegründet 1953, ist mit 50.000 Mitgliedern in über 400 Ortsverbänden die größte Kinderschutzorganisation Deutschlands. Der DKSB setzt sich für die Interessen von Kindern sowie für Veränderungen in Politik und Gesellschaft ein. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Kinderrechte, Kinder in Armut, Gewalt gegen Kinder sowie Kinder und Medien.

Auf dem Fachkongress

Mehr Beteiligung durch die Absenkung des Wahlalters – sollten Jugendliche wählen dürfen?

Workshop am 19. Mai 2021 von 10:45 bis 12:15 Uhr: Das Wahlrecht ist das Instrument der Demokratie. Kinder und Jugendliche haben ohne Wahlrecht keine Stimme. Dabei ist eine strukturell verankerte Beteiligung von großer Bedeutung – für die Zukunft junger Menschen und für die Demokratie. Im Rahmen des Workshops bekommen die Teilnehmer/-innen einen Einblick in die aktuelle politische und gesellschaftliche Debatte zur Absenkung des Wahlrechtsalters und in Aktivitäten, die gegenwärtig unternommen werden, um eine Absenkung des Wahlalters zu erreichen. Die Teilnehmer/-innen werden interaktiv eingebunden, indem sie selbst in Rollen schlüpfen und sich so aktiv mit den Pro- und Contra- Argumenten auseinandersetzen. Weitere Informationen zu diesem Workshop finden Sie auf der Website des DJHT.

Was bedeutet kultur- und traumasensibler Kinderschutz?

Workshop am 19. Mai 2021 von 17:30 bis 19:00 Uhr: Anhand der Maslowschen Bedürfnispyramide wird erarbeitet, welche Hilfe und Unterstützung traumatisierte Kinder und ihre Familien nach der Flucht brauchen und zwar im Sinne individueller Unterstützungs- und Beziehungsarbeit. Es wird in dem Workshop um die Fragen gehen, was geflüchtete Kinder und ihre Familien zu welchem Zeitpunkt benötigen und zwar im Sinne von individueller Unterstützungs- und Beziehungsarbeit. Was sind Kriterien für kultur- und traumasensiblen Kinderschutz? Was bedeutet das für das Kinder- und Jugendhilfe- sowie das Gesundheits- und Bildungssystem? Welche Qualifizierungsanforderungen sind damit an Fachkräfte verbunden? Welche Ressourcen sind für den kultur- und traumasensiblen Kinderschutz notwendig? Welche Forderungen ergeben sich daraus für die Migrations- und Asylpolitik?

Kinder und Familien benötigen zu unterschiedlichen Zeiten andere Unterstützungsangebote. Denn eine Traumatisierung nimmt einen dynamischen Verlauf. Faktoren dafür sind:

  • Ausmaß und Häufigkeit des Erlebten,
  • das Erleben von Hilflosigkeit,
  • die bisherige Lebensgeschichte und -erfahrungen,
  • das Alter des Kindes: je jünger es ist, desto weniger Möglichkeiten hat es, mit dem traumatischen Erleben umzugehen,
  • die Persönlichkeit,
  • die aktuelle Lebenssituation, frühere und aktuelle Belastungen,
  • das Unterstützungssystem und deren Reaktionen auf das Ereignis,
  • Schutzfaktoren.

Darüber hinaus sind therapeutische Themen oftmals verbunden mit anderen Fragen, die die Bereiche Rechtsberatung, Sozialarbeit oder Hilfen zur Erziehung betreffen. Nicht selten handelt es sich um Familien mit Mehrfachbelastungen, die bereits im Herkunftsland vorhanden waren und zu denen noch die Fluchtereignisse hinzukommen. Daher ist hier Vernetzung wichtig, was beispielsweise das Gesundheitssystem nicht in der Form leisten kann wie die Kinder- und Jugendhilfe. Vorgestellt werden Arbeitsansätze, die wenig Sprachkompetenz erfordern wie Musiktherapie, die Arbeit mit einem spezifischen Bilderbuch usw. und die kultursensibel und -kompatibel sind. Die notwendigen Arbeitsansätze werden anhand von Beispielen vorgestellt und über Kurzvideos eingebracht. Weitere Informationen zu diesem Workshop finden Sie auf der Website des DJHT.

Rechtsanspruch auf ganztägige Erziehung, Bildung und Betreuung: ein Impuls für gerechtere Bildungschancen?

Fachforum in Kooperation mit dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.am 20. Mai 2021 von 09:00 bis 10:30 Uhr: Kann ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter dazu beitragen, Teilhabe sicherzustellen, Bildungsbenachteiligungen auszugleichen und bundesweit gleichwertige Lebensverhältnisse von Kindern und ihren Familien befördern? Im Fachforum sollen Erfordernisse für einen Ausgleich von Bildungsbenachteiligungen diskutiert werden, um die Abhängigkeit von Bildungserfolgen von der monetären Situation junger Menschen zu beenden, sicherzustellen, dass allen jungen Menschen ihr Recht auf Bildung gewährt wird und Schulstandorte bzw. sozialräumlichen Lernorte so ausgestattet werden, dass bundesweit vergleichbare Bildungs- und Teilhabechancen gewährt werden. Dabei sollen insbesondere die Chancen des Rechtsanspruches auf ganztägige Erziehung, Bildung und Betreuung für Kinder im Grundschulalter beleuchtet werden. Kann durch dieses Vorhaben der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft mit Blick auf schulisches Lernen von Beginn an verringert werden? Weitere Informationen zu diesem Fachforum finden Sie auf der Website des DJHT.

Auf der Präsenzmesse am Stand

Auf dem Stand der Präsenzmesse bietet der Deutsche Kinderschutzbund folgende Materialien an:

  • Positionspapier zum Thema „Nach dem Lockdown ist die Pandemie noch nicht vorbei: Warum es für Kinder und Jugendliche nach Öffnungen erst recht der Anstrengung bedarf“
  • Einbindung eines Videos zum Thema „Der Kinderschutzbund als Arbeitgeber“: Kolleg(inn)en aus dem Verband und Geschäftsführer/-innen zeigen, was den Verband ausmacht und was Sie für den Verband begeistert
  • die neu aufbereitete Kinderarmutsbroschüre – Kurzinformation: Das Ausmaß der Kinderarmut ist in Deutschland weiterhin groß – jedes 5. Kind gilt als arm. Mit gravierenden Folgen für den gesamten Lebensverlauf von Kindern und Jugendlichen. Daher braucht es grundlegende Reformen, die Kinderarmut nachhaltig vermindern – bei den Geldleistungen als auch der Infrastruktur. Die Broschüre gibt einen Überblick über das Ausmaß der Kinderarmut, über ihre Ursachen und Folgen, beschreibt und ordnet das aktuelle System der Kinder- und Familienförderung ein und formuliert Forderungen des DKSB, u. a. die Einführung einer Kindergrundsicherung.

Neben dem Programm auf dem Fachkongress, wird an den Ständen des Kinderschutzbundes auch ein Standprogramm bestehend aus 30-minütigen Beiträgen angeboten. Ab dem 18. Mai gelangen Sie als angemeldete/-r Besucher/-in ab dem 18. Mai zum Stand und dem Standprogramm.

  • 18. Mai, 13:30 Uhr - Joachim Türk: Von Homeschooling bis Tracking: Wie Kinderrechte in der digitalen Welt wirken
  • 19. Mai, 13:30 Uhr - Leonie Wichelmann: Uneins bei der Gefährdungseinschätzung - was tun?
  • 19. Mai, 14:30 Uhr - Heike Pöppinghaus: Kinder psychisch kranker Eltern
  • 20. Mai, 10:00 Uhr - Gesunder Auftakt: MEDIZIN meets PÄDAGOGIK - Fachübergreifende Beratung in der Praxis
  • 20. Mai, 13:30 Uhr - Heinz Hilgers: Das bringt Beteiligung dem Kinderschutz

An den Ständen der Fachmesse werden alle Besucher/-innen zudem die Möglichkeit haben mit Kolleg/-innen aus Essen, NRW und dem Bundesverband in Berlin ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns, wenn Sie vom 18. Bis 20. Mai kurz auf ein Gespräch in unserer Kinderschutz-Lounge vorbeischauen!

Quelle: Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e. V.

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