Kinder- und Jugendhilfetag / Kinder- und Jugendarbeit

“Man braucht nur ein bisschen Mut” - der Einstieg in die Internationale Jugendarbeit

Wie funktioniert die Internationale Jugendarbeit in der Praxis? Wie starte ich ein Projekt? Woher bekomme ich Förderung? Mit diesen Fragen eröffnete ein Podium das Bühnenprogramm am Stand der Internationalen Jugendarbeit auf dem 15. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Berlin.

Von Sebbastian Jabbusch

“Für internationale Jugendarbeit braucht man eigentlich nur Mut, die Themen finden die Jugendlichen fast allein” sagte Andrea Krieger. Sie spricht aus der Praxis und arbeitet für die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Stadt Hamburg am Projekt “Kommune goes international” mit.  

Unter dem Titel „Go international!” eröffneten Expert/-innen der Internationalen Jugendarbeit die Debatte und luden die Messebesucher/-innen ein, sich der Internationalen Jugendarbeit anzunehmen. “Es geht beim internationalen Austausch nicht nur darum, dass man hier Sprachen lernen kann”, ergänzt Elisa Meynier, vom Centre Français, “es geht vielmehr darum, dass die Jugendlichen etwas ganz neues erleben und sie in diesem Rahmen Projekte abschließen. Das passiert in den Köpfen. Gerade für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen, ist das oft ein Wendepunkt im Leben”.

Und das Internationale Jugendarbeit auch finanzierbar ist, unterstrich Robert Helm-Pleuger von Eurodesk. Man sollte sich aber frühzeitig informieren, da das Feld der Fördermöglichkeiten oft unübersichtlich ist: „Es gibt allein 170 verschiedene Programme  der EU und über 20.000 Stiftungen in Deutschland. Wir von Eurodesk helfen Ihnen gerne bei der Erstberatung wo ihr Projekt passen könnte“.

Die Runde rief alle Anwesenden auf es zu versuchen, da die Ergebnisse einen extrem wichtigen Teil der non-formalen Bildung darstellen. Leuchtende Augen bekam Andrea Krieger, als Sie von einem Projekt des „Jugendclubs Bärenfeld“ berichtete. „Die Kids haben sich über ein Jahr auf diese internationale Begegnung vorbereitet.“ Themen waren Inklusion und Diskriminierung. So haben Jugendlichen beim FC St Pauli Blindenfußball gespielt und thematische Städteführungen angeboten. Die von den Jugendlichen verfassten Forderungen flossen am Ende gar in ein Papier der Stadt Hamburg ein.

Elisa Meynier erlebte im letzten Jahr einen emotionalen Moment. Damals versuchte sie mit einem 13-jährigen Berliner die Grenze nach Serbien zu überqueren. Serbien lehnte die Einreise des Jugendlichen jedoch ab, da er im Gebiet des Kosovo geboren war, das Serbien bis heute nicht anerkennt. Erst nach drei Tagen und Nächten und dem Einschalten der Botschaften wurde die Einreise gestattet. „Ein Glücksmoment, den weder ich noch der Jugendliche so schnell vergessen werden“, so Meyniers.

Internationale Jugendarbeit lohnt sich, war das Fazit der Runde, die sich im Anschluss wieder in den Trubel der Messe stürzte.

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