Es gibt jede Menge Nachbesserungsbedarf: Europäisches Jugendforum verabschiedet Positionspapier zum Strukturierten Dialog

Das Europäische Jugendforum hat Ende April ein Positionspapier verabschiedet, das die Strukturen und den Prozess des Strukturierten Dialogs auf europäischer Ebene analysiert und daraus Positionierungen für das weitere Handeln des Forums ableitet. Das Papier spiegelt damit sehr deutlich wider, wo das Europäische Jugendforum und seine Mitgliedsorganisationen derzeit Nachbesserungsbedarf beim Strukturierten Dialog sehen.

Der zweite Arbeitszyklus des Strukturierten Dialogs auf europäischer Ebene ist in vollem Gang. Die Strukturen und Verfahren für die Umsetzung sind eingerichtet; eine gewisse Routine hat sich eingespielt. Doch so richtig rund läuft’s noch nicht und die Wirkungen, die sich Jugendverbände und Jugendliche in ganz Europa von diesem Jugendbeteiligungsinstrument erhofft haben, machen sich noch nicht so richtig bemerkbar.

Anlass genug für das Europäische Jugendforum, sich in Sachen Weiterentwicklung des Strukturierten Dialogs zu positionieren und damit die Linie für seine weitere (Lobby-)Arbeit festzulegen. Aus dem Ergebnis lassen sich unter anderem auch klare Forderungen an die Rats- und Triopräsidentschaften, den Europäischen Lenkungsausschuss oder die Europäische Kommission ableiten.

So wird sich das Europäische Jugendforum künftig unter anderem dafür einsetzen, dass

  • junge Menschen künftig in die Entscheidung über das europäische Schwerpunktthema für den Strukturierten Dialog einbezogen werden;
  • es ein Schwerpunktthema für einen 18-Monats-Zyklus gibt und am Ende des Prozesses ein klares Ergebnis steht;
  • der Dialog und die gemeinsame Entscheidungsfindung von jungen Menschen und politischen  Entscheidungsträger_innen im Mittelpunkt des Prozesses stehen;
  • die Entscheidungsträger_innen sich dazu verpflichten, zeitnah und regelmäßig ein konkretes Feedback zu geben und damit ein sichtbares Follow-up des Prozesses sicherstellen;
  • analog zu den nationalen Arbeitsgruppen eine europäische Arbeitsgruppe eingerichtet wird, die die Beteiligung der Internationalen Jugendorganisationen an dem Prozess ermöglicht;
  • die nationalen Jugendringe ihre Schlüsselstellung bei der Umsetzung in den Mitgliedsländern behalten;
  • der Strukturierte Dialog eine stärkere Online-Präsenz erhält; 
  • der Strukturierte Dialog mindestens bis zum Ende der EU-Jugendstrategie 2018 fortgesetzt wird und
  • der Strukturierte Dialog sich zur zentralen Plattform auf EU-Ebene entwickelt, auf der Jugend und Politik Jugendfragen gemeinsam gestalten (Co-Management).

Das vollständige Positionspapier steht hier zum Download zur Verfügung. Es liegt derzeit nur auf Englisch vor. Die Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland wird demnächst eine deutsche Übersetzung bereit stellen.

Nachgefragt: Was ist das Europäische Jugendforum?

Das Europäische Jugendforum ist die europäische Dachstruktur von 100 nationalen Jugendringen und internationale Jugendorganisationen des gesamten europäischen Kontinents und vertritt damit mehrere zehn Millionen junger Menschen. 

Das Ziel des Europäischen Jugendforums ist es, durch seine Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, dem Europarat und der UN-Organisation auf Standpunkte von europäischen Jugendlichen aufmerksam zu machen. Es setzt sich für die aktive Partizipation junger Menschen an der Gestaltung Europas und für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein.

Deutsche Jugendverbände sind über das Deutsche Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit sowie über ihre jeweiligen internationalen bzw. europäischen Dachverbände im Europäischen Jugendforum vertreten.

Die Mitgliedsorganisationen des Europäischen Jugendforums kommen zweimal jährlich zum Rat der Mitglieder zusammen, um zum Beispiel über die zentralen Positionen des Europäischen Jugendforums zu entscheiden. Das Positionspapier zum Strukturierten Dialog wurde beim Rat der Mitglieder im April 2012 verabschiedet. 

 

Redaktion: Koordinierungsstelle "Strukturierter Dialog"



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