Gerichtsverfahren / Kinder- und Jugendschutz

Bundesweit erstes Modellprojekt der "Psychosozialen Prozessbegleitung" startet zum 1. Juli 2010

Mädchen mit Mutter
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Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder will sich mit dem Modellprojekt "Psychosoziale Prozessbegleitung" dafür einsetzen, dass kindlichen, jugendlichen und heranwachsenden Opfern von Gewalttaten fachliche Unterstützung vor, während und nach einer Gerichtsverhandlung kostenfrei gewährt wird.

"Die Ausübung sexueller und körperlicher Gewalt gegen Mädchen und Jungen gehört zu den schlimmsten Straftaten", sagte Kuder.

"Nicht nur die Kinder und Jugendlichen selbst," so Ministerin Kuder weiter, "sondern auch ihre Familienmitglieder und ihnen nahestehende Personen geraten in schwere seelische und soziale Konflikte und Unsicherheiten. Vor allem dann, wenn die Gewalt innerhalb der Familie oder des vertrauten Umfeldes stattgefunden hat. Das soziale Gefüge gerät ins Wanken!" 

Die Betroffenen, die Kinder selbst oder ihre Angehörigen seien nicht sicher, ob sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten wollen. Mit der Anzeigeerstattung seien meist unangenehme Gefühle verbunden, aber auch der Wunsch nach Gerechtigkeit. 

Justizministerin Kuder verdeutlicht: "Viele Kinder und Jugendliche wissen nicht, was auf sie zukommt oder haben falsche Vorstellungen von einem Gerichtsverfahren. Diese Unsicherheit macht Angst - und kann die Aussagefähigkeit beeinträchtigen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind oft die einzigen Zeuginnen und Zeugen. Daher ist der Ausgang des Verfahrens in hohem Ausmaß von ihrer Aussage abhängig. Diesen Druck möchte nehmen. Ich will den Kindern und Jugendlichen dabei helfen, sich im Gerichtsverfahren zurecht zu finden" 

Das Modellprojekt der Justiz wird ausschließlich von Prozessbegleiterinnen durchgeführt, die durch das Institut für Opferschutz im Strafverfahren e.V. "RECHT WÜRDE HELFEN" unter Schirmherrschaft der Bundesjustizministerin ausgebildet wurden: 

  • Beate Müller
    Opferhilfe-Beratungsstelle für Betroffene von Straftaten - "Hilfe für Opfer von Straftaten" e.V.
    Tilly-Schanzen-Straße 15
    17033 Neubrandenburg
    E-Mail: info.nb@DontReadMeopferhilfe-mv.de
    Telefon: 0395 - 35 112 18

Justizministerin Uta-Maria Kuder: "Das Anforderungsprofil, die Standards und der Qualitätsanspruch dieses Instituts an die Aus- und Fortbildung der Prozessbegleiterinnen haben mich überzeugt. Ich kann die Opfer und die sie unterstützenden Angehörigen nur ermutigen, von dem kostenlosen Angebot der Psychosozialen Prozessbegleitung Gebrauch zu machen - für die Kinder und Jugendlichen und auch für sie selber!"

Quelle: Justizministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern

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