Adoption

Rheinland-Pfalz: 193 Adoptionen im Jahr 2015 - ein rückläufiger Trend

3D-Balkendiagramm mit fallender Tendenz
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Im Jahr 2015 wurden in Rheinland-Pfalz 193 Kinder und Jugendliche adoptiert. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes zwar mehr als im Jahr zuvor. Ungeachtet der Zunahme der vergangenen zwei Jahre ist mittelfristig aber ein deutlich rückläufiger Trend der Adoptionszahlen zu verzeichnen.

Im Jahr 2004 wurden noch 252 Minderjährige als eigene Kinder angenommen, Mitte der 1990er-Jahre waren es sogar noch deutlich mehr als 400 Jungen und Mädchen. Die aktuellen Zunahmen gegenüber dem Jahr 2013 liegen alleine darin begründet, dass seit dem Berichtsjahr 2014 erstmals neben den Adoptionsvermittlungsstellen der öffentlichen sowie der freien Träger der Jugendhilfe auch anerkannte Auslandsvermittlungsstellen zur Statistik melden. Blieben diese Meldungen unberücksichtigt, wäre auch 2014 und 2015 ein Rückgang der Adoptionen gegenüber dem jeweiligen Vorjahr zu verzeichnen gewesen.

In 113 Fällen erfolgten die Adoptionen durch den Stiefvater, die Stiefmutter oder durch Verwandte und damit in einem für das Kind vertrauten Umfeld. Familienfremde Paare oder Personen adoptierten 80 Kinder.

Von den adoptierten 104 Jungen und 89 Mädchen waren 100 jünger als sechs Jahre, 62 von ihnen hatten das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet, darunter 9 Kinder, die noch kein Jahr alt waren. Annähernd 27 Prozent der adoptierten Kinder und Jugendlichen hatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit.

Von den abgebenden Eltern bzw. sorgeberechtigten Elternteilen waren 85 ledig, 57 geschieden. Insgesamt 17 Kinder wurden von verheirateten bzw. in eingetragener Lebenspartnerschaft lebenden Eltern bzw. Sorgeberechtigten zur Adoption freigegeben. Bei drei Adoptierten war der abgebende Elternteil verwitwet, zwei Kinder waren Vollwaisen. In 29 Fällen war der Familienstand der abgebenden Person unbekannt.

Ende 2015 waren zudem 102 Kinder und Jugendliche in Adoptionspflege untergebracht. Diese beginnt mit dem Tag, an dem die künftigen Adoptiveltern das Adoptivkind in ihren Haushalt aufnehmen. Sie endet mit dem Tag, an dem das Familiengericht die Adoption ausspricht.

Drei Kinder und Jugendliche waren Ende 2015 bei den Adoptionsvermittlungsstellen zur Adoption vorgemerkt. Den Vermittlungsstellen lagen insgesamt 464 Bewerbungen von Ehepaaren und Einzelpersonen vor. Damit kamen rechnerisch fast 155 Bewerbungen auf ein zur Adoption vorgemerktes Kind. Die Zahl der in der Statistik nachgewiesenen Adoptionsbewerbungen ist in 2015 und 2014 gegenüber den Vorjahren deutlich gestiegen. In den Jahren 2011 bis 2013 waren jeweils rund 300 Adoptionswillige bei den hierfür zuständigen Stellen vorgemerkt gewesen. Auch diese Zunahme liegt darin begründet, dass im Jahr 2014 erstmals zusätzlich anerkannte Auslandsvermittlungsstellen zur Statistik meldeten. Ohne Berücksichtigung dieser Fälle wäre die Zahl der vorgemerkten Adoptionsbewerbungen wie auch die Zahl der adoptierten Kinder und Jugendlichen erneut rückläufig gewesen.

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz vom 12.07.2016

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