Was ist Jugendarbeit? "Raum und Möglichkeiten, die eigene Zukunft zu gestalten..."
Der 1. Europäische Kongress zur Jugendarbeit verabschiedete eine gemeinsame Erklärung.
Unter der belgischen EU-Präsidentschaft hat vom 7.-10. Juli 2010 in Gent der erste "Europäische Kongress über Jugendarbeit" stattgefunden. Neun Jahre nach der Veröffentlichung des Weißbuchs der Europäischen Union stand zum ersten Mal die Jugendarbeit im Mittelpunkt eines Kongresses. Mehr als 400 Teilnehmer aus 50 Ländern beteiligten sich an einer intensiven und engagierten dreitägigen Aussprache – entweder bei Plenartagungen, in Workshops zum Thema "Jugendarbeit in Aktion", beim Besuch lokaler Jugendprojekte und in thematischen Seminaren. Dem Kongress ging eine Konferenz voraus, die sich mit der Geschichte der Jugendarbeit in Europa befasste.
Als Ergebnis des Kongresses verabschiedeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Erklärung. Die Deklaration unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit und des Informationsaustauschs für die Jugendarbeit in Europa. Sie bezieht sich auf den neuen Rahmen der jugendpolitischen Zusammenarbeit (2010-2018) in der EU, in dem die "Jugendarbeit" zum ersten Mal in einem offiziellen EU-Dokument beschrieben wird.
Während des Kongresses wurde die Definition kürzer gefasst und Jugendarbeit als Bereitstellung von "Raum und Möglichkeiten für junge Menschen, ihre eigene Zukunft zu gestalten", definiert. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen die aktuelle und künftige Jugendarbeit und die Frage, welche Lehren aus den Erfahrungen der Vergangenheit gezogen werden können. Vor dem Hintergrund der veränderten und sich verändernden Lebensumstände junger Leute wurden zahlreiche Fragen angesprochen, z.B. in welcher Beziehung Jugendarbeit und Jugendpolitik stehen und welchen Beitrag die Jugendarbeit zu den allgemeineren Lebensumständen junger Menschen leisten kann. Die Teilnehmer diskutierten dabei über Themen wie Zugänglichkeit, Standards, Anerkennung, die Bereitstellung von Mitteln für und die Auswirkungen von Jugendarbeit.
Die gemeinsame Erklärung der Konferenz, die sich an die Europäische Kommission, die nationalen Jugendminister, den Europarat, Jugendarbeiter und jugendpolitische Entscheidungsträger im Allgemeinen richtet, zog daraus wichtige Schlussfolgerungen:
* Die Erklärung betont, dass die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeitern und jugendpolitischen Entscheidungsträgern von wesentlicher Bedeutung ist, um zu einem besseren gegenseitigen Verständnis zu gelangen.
* Die Zusammenarbeit mit anderen Sektoren wie Gesundheitswesen, Arbeit und Justiz würde zu mehr Qualität und einem größeren Erfolg der Jugendarbeit beitragen.
* Der Informationsaustausch zwischen Jugendarbeitern sollte verstärkt werden, so dass Erfahrungen und bewährte Vorgehensweisen stärker verbreitet werden können. Dafür sollte auch ein stärkerer internationaler und interkultureller Austausch zwischen Jugendarbeitern gefördert werden, um den Informationsaustausch auf diese Weise zu verbessern.
* Vielfalt und eine niedrige Zugangsschwelle sind für Jugendarbeit sehr wichtig. Aus diesem Grund müssen Jugendarbeiter eine bessere Ausbildung erhalten, um den Bedarf decken zu können.
* Außerdem wird betont, wie wichtig ein gesetzlicher Rahmen für die nachhaltige Unterstützung der Jugendarbeit ist.
Die Erklärung können Sie hier herunter laden.
Quelle: JUGEND für Europa | 28.07.2010
asta
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