Berufsbildungsbericht 2010: Böhmer fordert Chancengleichheit für junge Migranten

Staatsministerin Maria Böhmer hat echte Chancengleichheit für junge Migranten auf dem Ausbildungsmarkt gefordert.

"Es ist nicht hinnehmbar, wenn ausländische Jugendliche bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz gegenüber gleichaltrigen Deutschen bei gleicher Eignung benachteiligt werden. Wegen seiner Herkunft darf in unserem Land niemand ausgegrenzt werden. Nicht der Name und Herkunft, nur Können und Leistungsbereitschaft zählen!", betonte Staatsministerin Maria Böhmer anlässlich der Vorlage des Berufsbildungsberichts 2010 gestern im Bundeskabinett. Laut Bericht haben es junge Ausländer mit einem mittleren Bildungsabschluss deutlich schwerer als deutsche Jugendliche, eine Ausbildung beginnen zu können. Insgesamt liegt der Anteil der Ausländer an einer Berufsausbildung bei 32,2 Prozent. Bei den deutschen Jugendlichen sind es 68,2 Prozent. 

Böhmer forderte die Arbeitgeber auf, die Potenziale der jungen Migranten stärker zu nutzen. "Gerade angesichts des Fachkräftemangels ist die Ausbildung von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien für die Betriebe ein Gewinn. Sie sichern sich ihre Fachkräfte von morgen! Zudem profitieren Unternehmen von den Sprachkenntnissen und kulturellen Erfahrungen der Migranten. Das sind wertvolle Schätze, die zu heben sind", so Böhmer. "Viele Unternehmen setzen bereits auf die Fähigkeiten der Migranten. So haben mehr als 800 Unternehmen und Institutionen mit mehr als 4,6 Millionen Beschäftigten die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Böhmer weiter: "Die Zahlen des Berufsbildungsberichts sind ein Alarmsignal. Vielen jungen Migranten fehlen die Voraussetzungen für den Einstieg ins Berufsleben. Wir müssen alle Kräfte bündeln, um ihre Ausbildungsreife zu verbessern. Politik und Wirtschaft müssen dabei an einem Strang ziehen. Jugendliche aus Zuwandererfamilien brauchen eine Perspektive in unserem Land. Ihre intensive Förderung verhindert, dass unsere Gesellschaft auseinanderfällt. Sie ist ein entscheidender Beitrag zur Integration", erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Als richtigen Schritt nannte Böhmer die Vereinbarung im Ausbildungspakt, junge Migranten in diesem Jahr verstärkt in den Blick zu nehmen. 

"Die Unterstützung muss zugleich ganz am Anfang beginnen. Wichtig ist eine Sprachförderung bereits im Vorschulalter, die in der Schule und bei der Berufsausbildung fortgesetzt werden muss. Wer nicht ausreichend Deutsch kann, hat keine Chance auf dem Ausbildungsmarkt. In den Schulen muss die individuelle Förderung junger Migranten verstärkt werden. Hier sind die Länder in der Pflicht, ihren Zusagen aus dem Nationalen Integrationsplan Taten folgen zu lassen! Schulen mit einem hohen Migrantenanteil brauchen eine kraftvollere Unterstützung", forderte Böhmer. Zugleich begrüßte Böhmer die Pläne von Bildungsministerin Annette Schavan, potenzielle Schulabbrecher mit Bildungslotsen zu unterstützen. "Das ist ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung der individuellen Förderung. Jeder Hauptschüler ab der 7. Klasse erhält damit eine größere Chance für eine erfolgreiche Schullaufbahn. Mit dem Einsatz der ehrenamtlichen Bildungslotsen kommen wir auch bei der Integration der jungen Migranten ein großes Stück voran. Bereits heute engagieren sich bundesweit zahlreiche Bildungspatinnen und Bildungspaten ehrenamtlich für Jugendliche aus Zuwandererfamilien. Im Rahmen der "Aktion zusammen wachsen" helfen sie ihnen bei den Hausaufgaben oder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz", so Böhmer.

Mehr Informationen unter: www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht.php

Herausgeber: Bundesregierung

ik

 

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