Hessen: 10,6 Prozent der hessischen Schulanfänger haben Übergewicht

10,6 Prozent der Schulanfänger in Hessen haben Übergewicht, so das Ergebnis der Schuleingangsuntersuchung 2009.

„6,2 Prozent der untersuchten Kinder sind übergewichtig. Weitere 4,4 Prozent werden sogar als fettleibig eingestuft. Diese Daten sind alarmierend und zeigen den Handlungsbedarf, bei jungen Menschen verstärkt die Themen gesunde Ernährung und Bewegung auf die Tagesordnung zu setzen. Die Landesregierung hat das Ziel, durch Gesundheitsförderung und Primärprävention die weitere Ausweitung von Übergewicht und Fettleibigkeit in jungen Jahren stoppen und auf Dauer senken“, erklärte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, heute in Wiesbaden.

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie werde unter der Federführung des Gesundheitsministeriums das Projekt „Gesund leben - gesund bleiben“ durchgeführt, das hier einen Schwerpunkt setze. „Es gilt, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der jungen Menschen positiv zu verändern, damit das Übergewicht in der Bevölkerung und die Häufigkeit der hierdurch verursachten Erkrankungen zurück gehen“, erläuterte die Gesundheitspolitikerin.

Die Fettleibigkeit (Adipositas) sei eine Zivilisationskrankheit von zunehmender Bedeutung. Starkes Übergewicht gehöre zu den größten Risikofaktoren für die Gesundheit. „Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen ist weltweit, auch in Deutschland, angestiegen. Damit werden häufig schon in jungen Jahren die Weichen gestellt für schwerwiegende Folgeleiden. Übergewicht kann bereits bei Kindern zu Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Störungen im Zuckerstoffwechsel führen und leistet zahlreichen Spätfolgen im Erwachsenenalter Vorschub. Zudem wird Übergewicht als psychosoziale Belastung empfunden.“

Die öffentliche Gesundheit mit Blick auf die Zivilisationskrankheiten sei ein Gradmesser für das Wohlbefinden und die soziale Qualität in der Gesellschaft. „Gesundheitsförderung und Prävention tragen sowohl zur Steigerung der individuellen Gesundheit und Lebensqualität als auch zum Erhalt der Leistungsfähigkeit und einer Gesellschaft bei“, skizzierte die Staatssekretärin den Nachhaltigskeitsaspekt. Nachdem die Nachhaltigkeitskonferenz vor kurzem grünes Licht für das Vorhaben gegeben habe, werde derzeit dessen Durchführung vorbereitet. Parallel beteilige sich Hessen am Nationalen Aktionsplan IN FORM.

Mit den Ergebnissen der Schuleingangsuntersuchung 2009 liegen nun Daten zu Körpergröße und Gewicht für den achten Jahrgang der hessischen Schulanfänger vor. Übergewicht und Fettleibigkeit werden anhand der alters- und geschlechtsspezifischen Referenzwerte der „Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter“ definiert.

Nach wie vor seien Kinder mit Migrationshintergrund besonders häufig von Übergewicht oder Fettleibigkeit betroffen. „Im Vergleich zu Kindern ohne Migrationshintergrund ergab sich 2009 ein um den Faktor 1,5 erhöhtes Risiko für einfaches Übergewicht und ein fast doppelt so hohes Risiko für Fettleibigkeit. Jedes sechste Kind mit Migrationshintergrund zählt nach der vorliegenden Definition als übergewichtig“ berichtete Petra Müller-Klepper.

Quelle: Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, Pressemitteilung vom 05.08.2010

 

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