Studie: Was verdienen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen?

Das Bruttomonatseinkommen von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 2.827 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Internetportals http://www.lohnspiegel.de, das vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird.

Geldscheine
Bild: Miroslav Sárička

Rund 1.300 Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen haben sich daran beteiligt. "Unsere Daten zeigen die Einkommensunterschiede dieser Berufsgruppe nach Berufserfahrung, Betriebsgröße und Region", sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck.

Die Auswertung kommt u. a. zu folgenden Ergebnissen:
Tätigkeitsbereiche: Im Bereich Öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung werden die Sozialpädagogen/innen mit durchschnittlich 3.242 € am besten bezahlt, gefolgt von Heimen mit 3.102 €. In Kindergärten, Vor- und Grundschulen erhalten sie 2.748 €. Im Bereich weiterführende Schulen, Erwachsenenbildung und Unterricht beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen dagegen nur 2.438 €.

Berufserfahrung: Bei einer Berufserfahrung unter 5 Jahren beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen 2.406 €. Bei 10 bis 14 Jahren sind es 2.946 € und nach mehr als 20 Jahren steigt es auf 3.228 €.

Verteilung zwischen Frauen und Männern: Frauen verdienen im Beruf Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen im Durchschnitt rund 13 Prozent weniger als Männer. Bei Betrachtung der Mittelwerte liegt das Einkommen von Sozialpädagoginnen mit 2.667 Euro rund 413 Euro unter dem der Sozialpädagogen in Höhe von 3.080 Euro.

West - Ost: Während in Westdeutschland eine Sozialpädagogin oder ein Sozialpädagoge durchschnittlich 2.943 € erhält, bekommt sie/er in Ostdeutschland 2.455 €. In den neuen Bundesländern verdienen damit Sozialpädagogen/innen rund 17 Prozent weniger als ihre Kollegen/innen in den alten Bundesländern.

Tarifbindung: Sozialpädagogen/innen profitieren von der Tarifbindung. In tarifgebundenen Betrieben liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 3.009 € rund 14 Prozent über dem Gehalt ihrer Kollegen und Kolleginnen in nicht tarifgebundenen Betrieben.

Zufriedenheit mit Arbeit und Bezahlung: Während die Arbeitszufriedenheit der Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen mit einem Wert von 3,5 auf einer Skala von 1 bis 5 über dem Durchschnitt liegt, fällt die Zufriedenheit mit der Bezahlung mit 2,5 deutlich geringer aus.

Das Projekt "LohnSpiegel" erhebt und analysiert die Einkommens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Deutschland. Es ist Bestandteil des internationalen Wage-Indicator-Netzwerks, an dem Projekte aus 65 Ländern mit gleicher Zielrichtung beteiligt sind. Die LohnSpiegel-Daten werden im Rahmen einer kontinuierlichen Online-Erhebung ermittelt, an der sich die Besucherinnen und Besucher der Webseite "http://www.lohnspiegel.de" freiwillig und anonym beteiligen können.

Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V.

Redaktion: Anneli Starzinger

Kommentare (3)

Astrid

Was für positive Zahlen. Ich bin fast geschockt, da mir in den letzten beiden Jahren erschreckende Zahlen angeboten wurden: Niedriglohngehälter. Mittlerweile arbeite ich bei einem Bildungswerk mit 2000€ Brutto. Natürlich nur projektgebunden mit einer kurzen Lauffrist. Nächstes Jahr bin ich wieder auf Stellensuche - wieder auf Nidrigbasis. Dann werde ich 40, habe aber bisher noch nicht von meinem Gehalt profitieren können, denn mit jedem Stellenwechsel kann ein neuer Umzug kommen - und damit wieder hohe Ausgaben.

Horst

Mal als Geschäftsführerkollege zur Dir Tom:
In unserer Funktion sollte man schon wissen was ein Durchschnitt ist

Tom

Sorry,
aber ich verdiene als Geschäfstführer tarifgebunden (TVÖD 12/5) im Bereich Jugendhilfe als Geschäfstführer deutlich mehr. Und ich habe viele KollegInnen in vergleichbaren Positionen die ebenfalls deutlich höher liegen.

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