Projekte
"youthpart" - multilaterales projekt zur ePartizipation
Wie können Jugendliche in der digitalen Gesellschaft mehr mitgestalten? Welche Erfahrungen gibt es dazu bereits im In- und Ausland? Welche neuen Modelle eröffnen Jugendlichen bessere Beteiligungsmöglichkeiten? Diesen Fragen widmet sich das multilaterale Kooperationsprojekt „ePartizipation: Internationaler und nationaler Erfahrungsaustausch sowie Modellentwicklung für mehr Jugendbeteiligung in der digitalen Gesellschaft“, kurz „Youthpart“.
„Youthpart“ ist als offener, gemeinschaftlicher Austauschprozess konzipiert. Das multilaterale Kooperationsprojekt verknüpft die Empfehlungen im Bereich Partizipation des vom BMFSFJ gestarteten „Dialog Internet“ mit einer im Rahmen des europäischen und internationalen Austauschs initiierten Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerländern zur ePartizipation. Dazu werden im ersten Schritt innovative ePartizipationsverfahren auf nationaler und internationaler Ebene identifiziert. Diese werden nach jugendgerechten Kriterien einer wirksamen Partizipation systematisiert und dokumentiert. Im nächsten Schritt sollen Modellvorhaben öffentlicher Verwaltungen und der Jugendarbeit bei der Erprobung begleitet und in Form partnerschaftlicher Beratung weiterentwickelt werden. Ziel des Projektes ist die Unterstützung, Beratung und gemeinschaftliche Weiterentwicklung netzbasierter Beteiligungsformate in Kooperation zwischen Deutschland und den Partnerländern.
Multilateraler Erfahrungsaustausch
Im Mittelpunkt der multilateralen Kooperation steht der Erfahrungsaustausch über Entwicklung, Erprobung und Auswertung innovativer ePartizipationsverfahren und Modelle. Angestrebt werden die Übertragung bereits vorliegender Erkenntnisse und ein zeitnahes Erproben vergleichbarer Modelle mit einzelnen Partnern. Hierdurch sollen Erfahrungen zu unterschiedlichen Umsetzungsstrategien gewonnen und auch für Dritte (z.B. EU) verfügbar gemacht werden. Als Projektpartner werden Länder einbezogen, von deren Praxis im Bereich ePartizipation Impulse und Anregungen ausgehen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind oder die eine gemeinsame Weiterentwicklung bestehender Online-Jugendbeteiligungsformate anstreben. Je nach Vereinbarung mit den Partnerländern kann es einen engeren Kreis an direkten Kooperationspartnern geben und einen erweiterten Kreis von Partnern, die punktuell, beispielsweise bei einzelnen Veranstaltungen, einbezogen werden.
Begleitung von Modellprojekten
Auf Basis nationaler und internationaler Partnerschaften werden auf lokaler, regionaler und Bundesebene verschiedene Modellprojekte identifiziert, deren Weiterentwicklung und Erprobung im Projekt begleitet werden. Die bis dahin gewonnenen konzeptionellen und technischen Erkenntnisse werden aufbereitet zur Verfügung gestellt, um von den Partnern in den Modellvorhaben angewendet zu werden. Zusätzlich werden die Modellvorhaben auf Wunsch qualifizierend begleitet und bei der Anwendung der Verfahren unterstützt. Auf internationaler Ebene finden parallele Prozesse in den Partnerländern statt. Angestrebt wird, in den Partnerländern vergleichbare Modellprojekte auf unterschiedlichen Ebenen zu starten. Bei internationalen Expertentreffen werden die Erfahrungen mit den Modellprojekten ausgetauscht. Zusätzlich finden begleitend Peer-Learning-Workshops statt, die einen gegenseitigen Besuch auf Arbeitsebene ermöglichen.
Ergebnissicherung
Im Projektverlauf wird eine Datenbank zur ePartizipation aufgebaut. In ihr werden Good-Practice-Beispiele sowie Modelle in öffentlichen Verwaltungen und der Kinder- und Jugendhilfe auf nationaler und internationaler Ebene erfasst. Zusätzlich wird ein Online-Toolkit entwickelt. Das Toolkit stellt ePartizipationsmodule, neue kollaborative Software-Werkzeuge und Open-Data-Projekte modular bereit und ermöglicht deren Erprobung auf einem „Sandkasten“-Server. Hilfestellung wird durch ein Handbuch und Anwendungsschulungen geboten. Die Produkte werden so aufbereitet, dass sie im Rahmen der Modellentwicklung für unterschiedliche Partner nutzbar sind. Zum Ende des Projektes werden die zentralen Ergebnisse des multilateralen Austauschs und der Evaluation der konkreten Modelle in Form einer mehrsprachigen Abschlussdokumentation veröffentlicht.
Nutzung der Ergebnisse im nationalen Kontext
Das Projekt soll nationale ePartizipationsprojekte verschiedener Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen beraten und begleiten, selbst aber keine eigenständigen Modellvorhaben umsetzen. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt können sowohl öffentliche Verwaltungen als auch Jugendverbände, Jugendinitiativen oder andere Partner der Kinder- und Jugendhilfe nutzen, um ePartizipationsangebote für Jugendliche zu initiieren und weiterzuentwickeln. Dabei können alle vom internationalen Austausch profitieren.
Eine Roadmap „ePartizipation Jugendlicher“ kann ein Ergebnis des Diskussionsprozesses sein, der von nationalen Partnern in einer projektbegleitenden Initiativgruppe entwickelt und veröffentlicht wird. Das Projekt kann diesen Prozess unterstützen.
Projektstruktur
Das Projekt ist als offener Prozess angelegt, der unterschiedliche Akteure auf nationaler und internationaler Ebene einbezieht. Es soll eine nationale Initiativgruppe „ePartizipation“ gebildet werden, die sich aus dem Multi-Stakeholder-Prozess des „Dialog Internet“ herausbildet. Sie kann als Steuergruppe der geplanten Aktivitäten die inhaltliche Entwicklung des Projekts vorantreiben und den Transfer der jugendpolitischen Impulse realisieren.
Ein Expertengremium aus Akteuren der Jugendarbeit, Vertreter(inne)n der politischen Bildung, der Forschung, von Stiftungen, Initiativen der Netzgemeinde, der parlamentarischen Netzpolitik, von IT-Verbänden, Ministerien und Verwaltungen, von eGovernment-, Opendata- und ePartizipation-Initiativen wird den Diskussionsprozess des Projektes begleiten und mit Expert(inn)en aus den Partnerländern in Austausch treten. Als Auftakt ist ein Werkstattgespräch mit allen maßgeblichen Akteuren und internationalen Gästen im Oktober 2011 geplant.
Kontakt: Daniel Poli, poli@ijab.de,poli@ijab.de IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Gelingende Übergänge in Ausbildung und Arbeit

Viele junge Menschen sind aktuell von Schwierigkeiten beim Übergang in die Ausbildung und den Beruf betroffen. Insbesondere benachteiligte junge Menschen machen die Erfahrung von Ausgrenzungsprozessen und haben einen erhöhten Beratungs- und Unterstützungsbedarf an der Schnittstelle von der Schule in die Ausbildung und den Beruf. Mit dieser Thematik beschäftigt sich ein weites und ausdifferenziertes Feld, das von präventiven Angeboten der Jugendsozialarbeit an Schulen und der Berufseinstiegsbegleitung bis hin zur Nachqualifizierung (junger) Erwachsener reicht. Man trifft auf eine Vielzahl an Angeboten und Akteuren, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und nicht immer aufeinander abgestimmt sind. Gerade benachteiligte junge Menschen mit komplexen Problemlagen brauchen allerdings einen individuellen und koordinierten Unterstützungsprozess für einen erfolgreich gestalteten Übergang.
Thematischer Fokus
Im Mittelpunkt dieses multilateralen Kooperationsprojekts stehen die Träger der Jugendsozialarbeit mit ihren sozialpädagogisch ausgerichteten und einzelfallbezogenen Maßnahmen zur sozialen und beruflichen Integration.
Inhaltlich lassen sich aktuell folgende Schwerpunktthemen als zentrale Herausforderungen im Bereich gelingender Übergänge nennen:
- Rolle der Jugendsozialarbeit auf lokaler Ebene hinsichtlich der individuellen Begleitung von jungen Menschen am Übergang
- Platzierung und anschlussfähige Gestaltung von Angeboten der Jugendsozialarbeit
- Angebote von Berufsorientierung und Jugendsozialarbeit an Schulen, Arbeit mit Schulverweiger(inne)n, Jugendwohnen
- Unterstützung/Begleitung bei der Ausbildung, alternative Lernorte und niedrigschwellige Zugänge
Zielsetzung
Ziel des Projekts ist es, Impulse für die Weiterentwicklung der nationalen Jugendsozialarbeit und der Kinder- und Jugendhilfe im Kontext der individuellen Begleitung von jungen Menschen am Übergang von der Schule in die Ausbildung und den Beruf durch internationale und europäische Erfahrungen zu gewinnen.
Angesichts der Vielzahl an Maßnahmen und Programmen auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene stellt sich die Frage, wie diese optimal koordiniert und aufeinander abgestimmt werden können und wie Ansätze und Maßnahmen im Bereich des Übergangs junger Menschen in die Berufs- und Arbeitswelt gestaltet werden können. Hier ist es hilfreich, von den Erfahrungen anderer Länder im Umgang mit ähnlichen Problemen zu lernen.
Umsetzung
In Zusammenarbeit mit den internationalen Partnern werden zu einzelnen Fragestellungen Fachprogramme und Peer Learning Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen durchgeführt. Im Zentrum stehen hierbei der Austausch von Good Practice und die Diskussion von innovativen Ansätzen am Übergang von der Schule in die Ausbildung und den Beruf. Neben diesen Veranstaltungen auf Ebene der Fachkräfte und Entscheidungsträger, sollen auch junge Menschen im Rahmen verschiedener Aktivitäten an für sie relevanten Fragen arbeiten. Tagungen und Konferenzen werden die Erkenntnisse aller Prozesse an verschiedenen Stellen im Projekt zusammenführen.
Auf deutscher Seite wird das Projekt von einer nationalen Expertengruppe begleitet, die aus Vertreter/-innen der Jugendsozialarbeit, der Jugendverbandsarbeit, der kommunalen Jugendhilfe, von Landesjugendämtern/-ministerien und dem BMFSFJ besteht. Mit ihnen werden Themen und Fragestellungen des Projekts erörtert und sie sind Ansprechpartner bei der Umsetzung der Ergebnisse.
Ergebnistransfer
Die Ergebnisse des Projekts werden in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren doku-mentiert und ausgewertet. Sie sollen zum einen zur Weiterentwicklung der nationalen Jugendsozialarbeit und der Kinder- und Jugendhilfe beitragen. Zum anderen sollen sie auf internationaler bzw. europäischer Ebene der EU-Kommission, den beteiligten Partnerländern und weiteren interessierten Ländern zur Verfügung gestellt werden. Schließlich werden die Ergebnisse in den Prozess zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie von Bund und Ländern eingespeist werden.
Akteure
Das Projekt setzt auf eine breite Beteiligung unterschiedlicher Akteure, die der Vielfalt des Themenfeldes entspricht. Beteiligt werden neben den Trägern der Jugendsozialarbeit auch die Jugendverbandsarbeit, Wissenschaft/Forschung sowie die kommunale und Landesebene. Auch Schulen, Jobcenter, die Agentur für Arbeit aber auch Unternehmervertreter/-innen und –verbände sollen in den Dialog mit einbezogen werden. Darüber hinaus setzt das Projekt auf eine Einbeziehung von jungen Menschen und ihrer Perspektive, was u.a. über eine Verbindung mit dem "Strukturierten Dialog" erfolgen wird.
Kontakt: Claudia Mierzowski, mierzowski@ijab.de, IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.


